Grafikstrecke Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Krankenstand in Deutschland

Im Jahr 2014 ist der Krankenstand zurückgegangen, weil im Winter 2013/2014 die sonst übliche Grippewelle ausgeblieben ist. Dementsprechend gingen 2014 lediglich 2,3 Arbeitsunfähigkeitstage auf das Konto von Atemwegserkrankungen. Im Jahr davor waren es noch 2,9 Tage.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der längerfristige Trend hin zu steigenden Krankenständen dürfte sich 2015 fortgesetzt haben.
  • In mehr als zwei Dritteln aller Fälle sind kranke Mitarbeiter nach spätestens einer Woche wieder auf dem Damm.
  • Längst glänzen auch die Chemische Industrie oder die Metall- und Elektro-Industrie mit vergleichsweise niedrigen Ausfallzeiten.
Zur detaillierten Fassung

Die aktuelle Entwicklung deutet jedoch darauf hin, dass Viren und Bakterien inzwischen wieder wie gewohnt ihr Unwesen treiben. Damit dürfte sich der längerfristige Trend hin zu steigenden Krankenständen 2015 fortgesetzt haben.

Mit den Lebensjahren steigt die Wahrscheinlichkeit, schwer zu erkranken. Die Behandlung ernster Erkrankungen bedarf aber mehr Zeit als das Auskurieren eines grippalen Infekts. Weil immer mehr ältere Arbeitnehmer berufstätig sind, hebt auch dieser Effekt den Krankenstand.

Mit dem höheren Alter treten gerade in körperlich belastenden Berufen vermehrt Verschleißerscheinungen auf. Auch dieser Umstand kann bei einer alternden Belegschaft langfristig die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage nach oben treiben. Psychische Leiden rangieren inzwischen auf Rang zwei der häufigsten Krankheitsursachen. Das hat nicht unbedingt mit mehr Stress im Beruf zu tun.

In mehr als zwei Dritteln aller Fälle sind kranke Mitarbeiter nach spätestens einer Woche wieder auf dem Damm. Diese Fehlzeiten summieren sich aber nur auf 17 Prozent aller Ausfalltage – wobei allerdings jene Kurzzeiterkrankungen nicht berücksichtigt sind, für die viele Arbeitgeber erst gar kein ärztliches Attest verlangen. Dennoch ist klar: Langwierige Erkrankungen sind zwar seltener, verursachen aber die meisten Fehltage.

Das Vorurteil, Knochenjobs gäbe es vor allem in der Industrie, hat sich schon lange überlebt. Längst glänzen auch die Chemische Industrie oder die Metall- und Elektro-Industrie mit vergleichsweise niedrigen Ausfallzeiten. Maschinen und Industrieroboter übernehmen heutzutage gefährliche Jobs.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de