IW-Verbandsumfrage Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Konjunktur: Die deutsche Wirtschaft hofft auf 2020

Zum Jahreswechsel steht die deutsche Industrie so schlecht da wie lange nicht. Eine branchenübergreifende Rezession ist nicht auszuschließen, allerdings schauen die deutschen Wirtschaftsverbände mit leichtem Optimismus nach vorn.

Kernaussagen in Kürze:
  • 32 der 48 vom IW befragten Wirtschaftsverbände berichten, dass die geschäftliche Situation ihrer Mitgliedsunternehmen zur Jahreswende 2019/2020 schlechter ist als vor einem Jahr.
  • Mit dem Jahreswechsel verbinden sich aber offenbar wieder zaghafte Hoffnungen auf bessere Zeiten: Immerhin 19 Wirtschaftsverbände erwarten für 2020 eine etwas höhere Produktionsleistung ihrer Unternehmen.
  • Zuversichtlich ins neue Jahr gehen unter anderem die Bauindustrie, das Handwerk sowie viele Dienstleistungssparten.
Zur detaillierten Fassung

Seit dem Frühjahr 2019 tritt die deutsche Wirtschaft auf der Stelle. Dies schlägt sich auch in der Lagebewertung der Verbände nieder, die an der aktuellen Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft teilgenommen haben (Interaktive Grafik):

Von den 48 befragten Wirtschaftsverbänden berichten 32, dass die geschäftliche Situation ihrer Mitgliedsunternehmen zur Jahreswende 2019/2020 schlechter ist als vor einem Jahr.

Eingetrübt hat sich die Stimmung vor allem in den großen Industriesparten, was unter anderem auf die globalen protektionistischen Tendenzen und technologische Herausforderungen – etwa durch die Dekarbonisierung – zurückzuführen ist.

Mit dem Jahreswechsel verbinden sich aber offenbar wieder zaghafte Hoffnungen auf bessere Zeiten in Sachen Konjunktur:

Immerhin 19 Wirtschaftsverbände gehen davon aus, dass ihre Unternehmen 2020 eine etwas höhere Produktionsleistung erreichen als 2019 – nur 12 erwarten einen leichten Produktionsrückgang.

Damit zeichnet die IW-Verbandsumfrage ein etwas freundlicheres Bild als die IW-Konjunkturumfrage vom vergangenen Herbst (siehe: Bauwirtschaft und Konsum bleiben auf Wachstumskurs).

Immerhin 19 Wirtschaftsverbände gehen davon aus, dass ihre Unternehmen 2020 eine etwas höhere Produktionsleistung erreichen als 2019.

Zuversichtlich ins neue Jahr gehen unter anderem die Bauindustrie, das Handwerk sowie viele Dienstleistungssparten. In der Automobil-, der Chemie- und der Elektroindustrie dürfte sich zumindest der Produktionsrückgang nicht weiter fortsetzen. Mit einer nach wie vor sinkenden Fertigung rechnen dagegen der Maschinenbau sowie die Stahl- und Metallverarbeitung. Diese Erwartung hängt auch mit den zurückhaltenden Investitionsplänen vieler Unternehmen in Deutschland zusammen:

Nur noch 13 der 48 vom IW befragten Verbände rechnen damit, dass ihre Mitgliedsfirmen im neuen Jahr mehr investieren werden als 2019, aber 14 befürchten einen Rückgang.

Vor diesem Hintergrund dürfte die Mitarbeiterzahl in den deutschen Unternehmen insgesamt mehr oder weniger stabil bleiben – dieser Ansicht ist die relative Mehrheit von 22 Verbänden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Weltwirtschaft nicht noch weiter in Schieflage gerät und der Industrie in Deutschland keine übermäßigen strukturellen Anpassungslasten – zum Beispiel durch die Energiepolitik – aufgebürdet werden.

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