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Kompetent dank Kindergarten

Die PISA-Ergebnisse belegen, dass von einem längeren Kindergartenbesuch alle Kinder profitieren, insbesondere aber die von Alleinerziehenden.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die PISA-Ergebnisse belegen, dass von einem längeren Kindergartenbesuch alle Kinder profitieren, insbesondere aber die von Alleinerziehenden.
  • Jugendliche, die als Drei- bis Sechsjährige länger als ein Jahr einen Kindergarten besucht haben, weisen bessere Schulleistungen auf als gleichaltrige Mitschüler, die nur kurz oder gar nicht in einer Kita waren.
  • Die Erwerbstätigkeit der Mutter oder des Vaters hat keine signifikanten Auswirkungen auf das spätere Kompetenzniveau der Kinder.
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Das Ergebnis muss selbst vehemente Befürworter des Betreuungsgelds stutzig machen: Der Besuch eines Kindergartens macht klug – und je länger der Nachwuchs in die Kita geht, desto besser (Grafik):

Jugendliche, die als Drei- bis Sechsjährige länger als ein Jahr einen Kindergarten besucht haben, weisen bessere Schulleistungen auf als gleichaltrige Mitschüler, die nur kurz oder gar nicht in einer Kita waren.

Dieser Fördereffekt ist bei Kindern von Alleinerziehenden größer als beim Nachwuchs aus Paarfamilien. Besuchen Kinder aus Ein-Eltern-Familien für mehr als ein Jahr einen Kindergarten, dann haben sie als Jugendliche im Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften eine um 41 bis 54 PISA-Punkte höhere Kompetenz – das entspricht dem Lernzuwachs von mehr als einem Schuljahr. Bei Kindern aus Paarfamilien steigen die Kompetenzen nur um 16 bis 27 Punkte.

Von der frühkindlichen Bildung profitieren jedoch nicht nur die Jungen und Mädchen, sondern indirekt auch die Eltern. Sie haben mehr Freiräume, um einer Berufstätigkeit nachzugehen. Dies gilt vor allem dann, wenn die Kinder eine Ganztagseinrichtung besuchen.

Ein besserer Zugang zum Arbeitsmarkt wiederum hilft insbesondere Alleinerziehenden, denn sie sind viel stärker von Armut bedroht als andere Eltern (vgl. iwd 14/2012). Negative Rückwirkungen auf die schulischen Leistungen ihrer Kinder müssen die Alleinerziehenden deshalb nicht befürchten: Die Erwerbstätigkeit der Mutter oder des Vaters hat keine signifikanten Auswirkungen auf das spätere Kompetenzniveau der Kinder.

Christina Anger, Mira Fischer, Wido Geis, Sebastian Lotz, Axel Plünnecke, Jörg SchmidtGanztagsbetreuung von Kindern Alleinerziehender - Auswirkungen auf das Wohlergehen der Kinder, die ökonomische Lage der Familie und die GesamtwirtschaftIW-Analysen Nr. 80, Köln 2012, 100 Seiten, 19,90 EuroVersandkostenfreie Bestellung unter: www.iwmedien.de/bookshop

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