Crowdfunding Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Kleinvieh macht auch Mist

Bei dieser neuen Spendenform suchen Menschen über spezielle Internetplattformen möglichst viele Geldgeber für ihre Projekte. Während Crowdfunding eher auf künstlerische und wissenschaftliche Vorhaben abzielt, ist Crowdinvesting auf eine spätere Gewinnbeteiligung ausgelegt.

Kernaussagen in Kürze:
  • Crowdfunding ist eine neue Spendenform, wo Menschen über spezielle Internetplattformen möglichst viele Geldgeber für ihre Projekte suchen.
  • Während Crowdfunding eher auf künstlerische und wissenschaftliche Vorhaben abzielt, ist Crowdinvesting auf eine spätere Gewinnbeteiligung ausgelegt.
  • Im Jahr 2011 wurden in Deutschland laut Crowdfunding Monitor 458.000 Euro eingesammelt, im ersten Quartal 2013 war der Kapitalstock schon siebenmal so groß.
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Das bislang größte deutsche Crowdfunding-Projekt startete das Unternehmen Brainpool im Dezember 2011. Damals rief die Kölner TV-Produktionsfirma im Internet zu Spenden auf, um damit den Kinofilm zur Fernsehserie „Stromberg“ zu finanzieren. Bis März 2012 sollte so 1 Million Euro gesammelt werden. So lange mussten die Spendensammler aber nicht warten – innerhalb von einer Woche war das Geld zusammen.

Erfunden wurde das Crowdfunding – zu deutsch Schwarmfinanzierung – in den USA. Einer der berühmtesten Crowdfunder ist US-Präsident Barack Obama, der im Wahlkampf 2008 knapp 300 Millionen Dollar an Spenden zusammentrug. Diese Summe ist umso beachtlicher, als knapp 95 Prozent der Spender weniger als 200 Dollar gegeben hatten.

Genau das ist das Prinzip der Schwarmfinanzierung: möglichst viele kleine Geldgeber zu gewinnen. Dazu stellen Unternehmer ihre Projekte auf speziellen Internetplattformen vor. Beim Crowdfunding werden die Geldgeber weder Miteigentümer noch erhalten sie eine finanzielle Entlohnung – stattdessen bekommen sie kreative Gegenleis­tungen, wie etwa eine Musik-CD, die sie mitfinanziert haben.

Beim Crowdinvesting dagegen geht der Investor ein stilles Beteiligungsverhältnis ein. Er wird also Miteigentümer eines Unternehmens und ist an dessen Gewinn beteiligt, hat aber kein Mitspracherecht.

Die Projektfinanzierung über Internetspenden hat sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt, die gesammelten Geldbeträge sind bislang überschaubar. Aber die Zuwachsraten sind enorm (Grafik):

Im Jahr 2011 wurden in Deutschland laut Crowdfunding Monitor 458.000 Euro eingesammelt, im ers­ten Quartal 2013 war der Kapitalstock schon siebenmal so groß.

Eine ähnliche Dynamik zeigte sich auch beim Crowdinvesting. Im Jahr 2011 kamen rund 450.000 Euro zusammen. Mittlerweile ist das Kapitalvolumen aber schon 15-mal so hoch: Anfang 2013 betrug es insgesamt mehr als 6,5 Millionen Euro.

Die vier großen deutschen Crowd­funding-Plattformen heißen inkubato , pling , Startnext und VisionBakery ; Seedmatch und Innovestment haben sich auf Crowdinvesting spezialisiert.

Schwarmkapital ist aber nicht nur etwas für künstlerische und kreative Vorhaben, sondern auch für wissenschaftliche – vor allem für kleinere Förderprojekte. Auf der Plattform Science­starter zum Beispiel stellen Forscher derzeit vier wissenschaftliche Projekte vor und informieren sowohl über den Stand ihrer Forschung als auch über Höhe und Verwendung der eingesammelten Mittel. Ist die Finanzierung erfolgreich, erhalten die Unterstützer ein besonderes Dankeschön. Kommt das Projekt nicht zustande, geht das Geld an die Spender zurück.

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