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Kinder, Kinder

Wer bekommt wie viele? Europas Kindersegen ist ziemlich ungleich verteilt, wie die Geburtenziffern für die 28 EU-Länder zeigen. Während Frauen in vielen südeuropäischen Ländern eher weniger Kinder großziehen, pflanzt sich der Norden deutlich produktiver fort. Allerdings liegt die Geburtenrate in allen EU-Ländern unterhalb der Größe, die nötig wäre, um die Bevölkerungszahl ohne Wanderungsbewegungen konstant zu halten.

Kernaussagen in Kürze:
  • Frankreich ist mit 1,96 Kindern je Frau Europas produktivste Krabbelstube.
  • In Deutschland betrug die Geburtenziffer 2015 immerhin 1,5 - das ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung.
  • Ob eine Frau tendenziell viele oder wenige Kinder bekommt, hängt auch mit der Beschäftigungssituation im Land zusammen.
Zur detaillierten Fassung

Ein Blick auf Europas Geburtenraten zeigt: Der Kontinent scheint langsam, aber sicher auszusterben. Selbst in Frankreich, das man mit durchschnittlich 1,96 Babys je Frau als produktivste Krabbelstube Europas bezeichnen könnte, reicht der Kindersegen nicht aus, um die Bevölkerung ohne Zuwanderung konstant zu halten. Denn dafür müsste jede Französin im Schnitt 2,1 Kinder zur Welt bringen – so viele Nachkommen braucht es in Europa zum Ausgleich der Sterberate.

Die höchsten Geburtenraten Europas findet man dort, wo die Beschäftigungsquoten der Frauen besonders hoch sind.

In Deutschland betrug die Geburtenrate 2015 mit 1,5 Kindern je Frau zwar auch weniger, als aus demografischen Gründen wünschenswert wäre, aber einen Grund zur Freude gibt es dennoch: Denn tatsächlich ist dies der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Vom EU-Durchschnitt ist Deutschland allerdings auch mit 1,5 Kindern pro Frau noch ein Stück entfernt - Europas Babyrate liegt bei 1,58.

In Portugal bekommen Frauen besonders wenig Nachwuchs

Dass ausgerechnet die als besonders kinderfreundlich bekannten Länder Südeuropas die niedrigsten Geburtenziffern aufweisen, hängt auch mit der dort herrschenden hohen Jugendarbeitslosigkeit zusammen, die junge Frauen oft noch stärker trifft als gleichaltrige Männer. Und auch das zeigt die Statistik: Die höchsten Geburtenraten Europas findet man seit den 1970er Jahren dort, wo die Beschäftigungsquoten der Frauen besonders hoch sind.

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