KI-Nutzung für Kreislaufwirtschaft noch am Anfang
Unternehmen nutzen künstliche Intelligenz (KI) für verschiedene Zwecke – Ressourceneffizienz und kreislauforientierte Maßnahmen zählen für die meisten Betriebe bislang nicht dazu. Das ist kurzsichtig – vor allem im Hinblick auf die zahlreichen EU-Regularien zur Nachhaltigkeit.
- Nur rund jedes elfte Unternehmen, das bereits KI nutzt, setzt die Technologie ein, um seine Produkte kreislauffähiger zu machen.
- Dabei bietet eine funktionierende Kreislaufwirtschaft viele Vorteile für Unternehmen. Hinzu kommt, dass die EU den Betrieben immer mehr Nachhaltigkeitspflichten auferlegt.
- KI kann hier in allen Produktphasen eine große Hilfe sein und die rechtskonforme Nachhaltigkeitsberichterstattung erleichtern.
KI gewinnt in deutschen Unternehmen an Bedeutung: Ende 2024 hatten bereits 37 Prozent von ihnen die Technologie in ihrem Betrieb integriert, weitere 21 Prozent planten dies. Meist setzen die Betriebe KI jedoch nur punktuell und in wenigen Bereichen ein (siehe “Noch großes KI-Potenzial in Unternehmen”). Für die Kreislaufwirtschaft kommt sie bislang kaum zum Einsatz (Grafik):
Nur rund jedes elfte Unternehmen, das bereits KI nutzt, setzt die Technologie ein, um seine Produkte kreislauffähiger zu machen.
Fast die Hälfte der Betriebe hält diese Anwendungsmöglichkeit sogar für irrelevant. Das Einsparen von Rohstoffen und Energie nennen lediglich 14 Prozent als Ziel ihrer KI-Nutzung.
Bei Unternehmen, die den KI-Einsatz planen, spielen zirkuläre Ziele zwar eine etwas größere Rolle, allerdings sind die Anteile auch hier gering.
KI kann bei Nachhaltigkeitspflichten helfen
Die Ergebnisse zeigen, dass viele Unternehmen sowohl die Relevanz zirkulärer Ziele als auch das Potenzial von KI in diesem Bereich unterschätzen. Dabei bietet eine funktionierende Kreislaufwirtschaft viele Vorteile für Unternehmen, von effizienteren Prozessen über geringere Material- und Energiekosten bis hin zu neuen Absatzmöglichkeiten und resilienteren Lieferketten.
Hinzu kommt, dass die EU den Unternehmen immer mehr Nachhaltigkeitspflichten auferlegt: Bis Ende Juli 2026 muss die Richtlinie zur Förderung der Reparatur in nationales Recht umgesetzt werden, ab August 2026 gilt eine strengere Verpackungsverordnung. Zudem will die EU in den kommenden Jahren für viele Produktgruppen neue Anforderungen an die Kreislauffähigkeit festlegen und digitale Produktpässe etablieren. Die Konsequenz: Für etliche Waren müssen Unternehmen aus uneinheitlichen Daten harmonisierte und prüfbare Berichte erstellen; Produktdaten müssen transparent und rückverfolgbar vorliegen.
Viele Unternehmen in Deutschland unterschätzen sowohl die Relevanz zirkulärer Ziele als auch das Potenzial von KI in diesem Bereich.
Dabei kann KI in allen Produktphasen eine große Hilfe sein und die rechtskonforme Nachhaltigkeitsberichterstattung erleichtern – etwa indem sie Daten aus nicht standardisierten Dokumenten wie Stücklisten, Sicherheitsdatenblättern oder Reparatur- und Serviceberichten schneller extrahiert, abgleicht, vereinheitlicht und auf Auffälligkeiten prüft. Darüber hinaus können KI-basierte Verfahren die Materialauswahl unterstützen und durch vorausschauende Wartung die Nutzungsdauer von Maschinen verlängern.