Nicht-monetäre Vergütungen Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Kantine, Kicker, Kita

Geld allein macht nicht glücklich – diese Weisheit gilt auch im Job. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern etwas Gutes tun wollen, erhöhen deshalb nicht nur die Gehälter, sondern bieten auch mal ganz handfeste Extras an.

Kernaussagen in Kürze:
  • Geld allein macht nicht glücklich – diese Weisheit gilt auch im Job.
  • Jeder sechste Arbeitnehmer kam 2010 in den Genuss einer Betriebskantine oder eines Essenszuschusses.
  • Unternehmen, die ihren Mitarbeitern etwas Gutes tun wollen, erhöhen nicht nur die Gehälter, sondern bieten auch mal ganz handfeste Extras an.
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Es gibt viele Möglichkeiten für Arbeitgeber, ihre Beschäftigten mit nicht-monetären Vergütungsbestandteilen bei der Stange zu halten: Das kann ein Firmenwagen sein, eine kostenlose Mitgliedschaft im Fitnessclub oder ein schickes Eckbüro. Auch Betriebskindergärten, bezuschusste Englischkurse und simple Kickertische im Pausenraum kommen bei den Mitarbeitern oft besser an als der entsprechende Gegenwert in bar.

Eine einheitliche Definition, was genau solche nicht-monetären Zusatzleistungen sind, gibt es nicht. Gemeinsam ist ihnen lediglich, dass die Kosten dafür der Arbeitgeber trägt. Weil der damit – anders als bei Gehaltszahlungen – auch den Verwendungszweck vorgibt, trifft das Extra aber nicht immer den Geschmack oder die Bedürfnisse aller.

Am weitesten verbreitet ist hierzulande – wenn auch mit abnehmender Tendenz – die vom Chef subventionierte Mittagsverpflegung (Grafik):

Jeder sechste Arbeitnehmer kam 2010 in den Genuss einer Betriebskantine oder eines Essenszuschusses.

Nicht ganz so häufig, aber immer öfter erhalten Mitarbeiter technische Goodies: Jeder sechzehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bekam 2010 von seiner Firma ein Handy für den Privatgebrauch, jeder achtzehnte einen Firmenwagen, den er auch in seiner Freizeit nutzen durfte, und jeder zweiundzwanzigste einen PC für zu Hause.

Es gibt viele Gründe, warum Arbeitgeber sich neben dem Gehalt, das sie ihren Beschäftigten monatlich zahlen, auch für gastronomische oder gesundheitsfördernde Angebote einspannen lassen:

  1. Unternehmen können ihren Mitarbeitern Waren und Dienstleis­tungen in der Regel kostengünstiger anbieten, weil ein Betrieb aufgrund des größeren Nachfragevolumens oft Mengenrabatte aushandeln kann.
  1. Mithilfe von Gesundheitsprogrammen, Betriebskindergärten oder exklusiven Vertriebsprämien – Stichwort Sportwagen – lässt sich ein attraktives Arbeitgeberimage aufbauen, das die Bindung der Mitarbeiter an die Firma fördert und der gezielten Anwerbung bestimmter Beschäftigtengruppen dient.
  1. Kinderbetreuung, Firmen-Handys und -Laptops ermöglichen ein flexibleres und entspannteres Arbeiten. Viele Extras fördern zudem die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
  1. Die gezielte Vergabe knapper Ressourcen an Mitarbeiter, die besonders leistungsstark sind, erhöht die Arbeitsmotivation, ohne dass solche „Statussymbole“ die leer ausgegangenen Mitarbeiter gänzlich demotivieren. Ein knappes Gut kann ein kostenloser Firmenparkplatz oder aber auch ein größeres Büro sein.
  1. Arbeitgeber, die Extras bieten, erhöhen die Produktivität nachweislich mehr als solche, die lediglich mehr Geld in Aussicht stellen. In einem Experiment steigerten Mit­arbeiter, denen eine Sachprämie winkte, ihren Arbeitseinsatz um durchschnittlich 25 Prozent. Die Ankündigung eines höheren Stundenlohns hatte dagegen keinen Effekt auf die Arbeitsleistung.

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