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José wird Mechatroniker

Spanische Ingenieure absolvieren in Deutschland eine Zusatzausbildung, bevor sie nach Hause zurückkehren, malaysische Jugendliche werden in ihrer Heimat von Deutschen zu Mechatronikern ausgebildet. Beides fällt unter den Begriff Bildungsexport – und der wird für deutsche Bildungsanbieter immer wichtiger.

Kernaussagen in Kürze:
  • Bildungsexport wird für deutsche Bildungsanbieter immer wichtiger.
  • Ausländische Unternehmen bilden ihre Fachkräfte im Ausland nach deutschen Standards aus, ausländische Fachkräfte kommen nach Deutschland, um sich weiterzubilden.
  • Auch deutsche Unternehmen lassen an ihren ausländischen Standorten Mitarbeiter schulen, die sie dann später innerhalb der Konzernstrukturen nach Deutschland versetzen.
Zur detaillierten Fassung

Ausländische Unternehmen bilden ihre Fachkräfte im Ausland nach deutschen Standards aus, ausländische Fachkräfte kommen nach Deutschland, um sich weiterzubilden, und junge Europäer beginnen hierzulande ihre duale Ausbildung – für deutsche Bildungsanbieter ist all das ein attraktives Betätigungsfeld. Sie machen bereits heute ein Fünftel ihres Umsatzes mit dem Bildungsexport, so das Ergebnis einer Befragung von 100 Bildungsanbietern durch das Bundesinstitut für Berufsbildung.

Die deutschen Bildungsexporteure – angefangen von privaten Unternehmen über Stiftungen und Einrichtungen der Wirtschaft bis hin zu Berufsförderungswerken – haben zumeist ausländische Auftraggeber; Unternehmen und öffentliche Einrichtungen machen einen Anteil von 65 beziehungsweise 60 Prozent aus. Zu den Kunden gehören aber auch deutsche Firmen, die das Personal an ihren Auslandsstandorten weiterbilden lassen.

Das Interesse an einer Ausbildung „made in Germany“ ist vor allem in Asien sehr groß – vorrangig in China und Indien, wo mehr als 73 Prozent der befragten Bildungsanbieter aktiv sind. In Westeuropa tummeln sich dagegen nur 49 Prozent der Anbieter.

Das wichtigste Produkt der Bildungsunternehmen sind Präsenzseminare im Ausland, sie machen vier Fünftel der Angebote aus. Darauf folgen Beratungsangebote vor Ort – deutsche Institute entwickeln zum Beispiel Lehrpläne für ausländische Einrichtungen. Auch die Ausbildung von Lehrkräften, das Schulen von Trainern und Ausbildungsleitern sowie der Auf- und Ausbau von Bildungseinrichtungen gehören zu den wichtigsten Geschäftsfeldern deutscher Bildungsanbieter.

Weltweit gefragt ist die Aus- und Weiterbildung in technischen Berufen (Grafik). Oftmals lassen deutsche Firmen, die Anlagen in alle Welt exportieren, die Mitarbeiter ihrer Kunden eigens im Handling der Maschinen schulen.

Die berufliche Weiterbildung sowie die berufliche Erstausbildung sind ebenfalls wichtige Geschäftsfelder für deutsche Anbieter.

So hat fast die Hälfte aller Bildungsanbieter ein Produkt im Portfolio, das sich inhaltlich und methodisch an der deutschen dualen Ausbildung orientiert, gleichzeitig aber auch an die Strukturen vor Ort angepasst ist.

Der Mangel an Auszubildenden hierzulande – aktuell sind rund 33.500 Lehrstellen unbesetzt – sowie der Fachkräfteengpass sind für das Angebot der deutschen Bildungsanbieter ebenfalls relevant. So werden zum Beispiel spanische oder polnische Jugendliche im Ausland qualifiziert, damit sie anschließend eine Arbeit in Deutschland aufnehmen können.

Auch deutsche Unternehmen lassen an ihren ausländischen Standorten Mitarbeiter schulen, die sie dann später innerhalb der Konzernstrukturen nach Deutschland versetzen.

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