Jobcenter: Wie gelingt die Integration in den Arbeitsmarkt?
Wie erfolgreich Jobcenter Menschen in Arbeit vermitteln, hängt auch von ihrer Trägerschaft ab, wie eine IW-Auswertung zeigt. Dort, wo Arbeitsagenturen und Kommunen zusammenarbeiten, gelingt der Schritt in reguläre Beschäftigung häufiger.
- Im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024 war die Integrationsquote in Jobcentern, die von der jeweils zuständigen Agentur für Arbeit und der Kommune gemeinsam betrieben wurden, rund 4 Prozentpunkte höher als in rein kommunal getragenen.
- Berücksichtigt man das regionale Umfeld und die Situation auf dem jeweiligen Arbeitsmarkt , halbiert sich der Vorsprung auf 2 Prozentpunkte.
- Bei einer effektiveren Vermittlung helfen könnte ein detaillierter Leistungsvergleich aller Jobcenter, der offenlegt, welche organisatorischen Strukturen und Strategien besonders erfolgreich sind.
Mit der Hartz-IV-Einführung im Jahr 2005 wurde die Trägerschaft der Jobcenter in Deutschland neu geregelt: Seitdem betreiben die jeweils zuständige Agentur für Arbeit und die Kommunen die meisten der 404 Jobcenter gemeinsam, rund ein Viertel verantworten aber die Kommunen allein.
Um den Erfolg der beiden Formen zu messen, hat das Institut der deutschen Wirtschaft die jeweiligen Integrationsquoten ermittelt. Sie zeigen das Verhältnis von durch Jobcenter in Arbeit vermittelten Menschen zu arbeitslosen Leistungsbeziehern. Das Ergebnis: Im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024 lag die Integrationsquote in gemeinsam betriebenen Einrichtungen bei gut 24 Prozent. Damit war sie rund 4 Prozentpunkte höher als in rein kommunal getragenen. Am besten gelang die Integration in den Arbeitsmarkt den Jobcentern zweier kreisfreier bayerischer Städte (Grafik):
In Ansbach und Memmingen lag die durchschnittliche Integrationsquote der jeweiligen Jobcenter bei rund 39 Prozent.
Anders ausgedrückt: Etwa vier von zehn dort als arbeitslos gemeldeten Leistungsbeziehern nahmen in diesem Zeitraum eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf. Am unteren Ende des Rankings stehen Oberhausen, der Rheingau-Taunus-Kreis sowie Pforzheim, wo jeweils nur 15 Prozent der arbeitslosen Leistungsbezieher einen Job fanden.
Im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024 war die Integrationsquote in Jobcentern, die von der jeweils zuständigen Agentur für Arbeit und der Kommune gemeinsam betrieben wurden, rund 4 Prozentpunkte höher als in rein kommunal getragenen.
Bei der Interpretation der Zahlen ist allerdings zu beachten, dass die Arbeit der Jobcenter stark von ihrem regionalen Umfeld und der Situation auf dem jeweiligen Arbeitsmarkt bestimmt ist – zum Beispiel unterscheiden sich die Zahl der jährlich neu ausgeschriebenen Stellen oder die Arbeitslosenquote je nach Region. Berücksichtigt man diese diversen Arbeitsmarktindikatoren, liegen die gemeinsam betriebenen Einrichtungen zwar immer noch vorne, ihr Vorsprung halbiert sich aber auf 2 Prozentpunkte.
Hinsichtlich einer effektiveren Vermittlung nahm die Politik zuletzt nur die gemeinsam getragenen Einrichtungen in den Blick. Die rein kommunalen sollte sie aber ebenso in den Prozess einbinden. Helfen könnte dabei ein detaillierter Leistungsvergleich aller Jobcenter, der offenlegt, welche organisatorischen Strukturen und Vermittlungsstrategien besonders erfolgreich sind.