Weihnachtsgeld Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Jeder Zweite kriegt etwas

Im November konnten sich viele Beschäftigte über eine Jahressonderzahlung auf ihrem Konto freuen. Die Höhe des „Weihnachtsgelds“ ist jedoch von Branche zu Branche sehr unterschiedlich.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im November konnten sich viele Beschäftigte über eine Jahressonderzahlung auf ihrem Konto freuen.
  • In einigen Branchen gibt es feste Sätze: In der Landwirtschaft sind es 250 Euro, im Großhandel bekommen die Arbeitnehmer 256 bis 434 Euro und im Steinkohlebergbau 2.156 Euro.
  • Nicht ganz so üppig sieht es bei den Versicherungen, im Einzelhandel, im Bauhauptgewerbe und in der Metall- und Elektro-Industrie aus.
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Rund 60 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland werden nach Tarifverträgen entlohnt und nahezu 90 Prozent aller Verträge sehen eine Jahressonderzahlung vor. Somit erhält rund jeder zweite Beschäftigte ein tarifliches Weihnachtsgeld.

Wie hoch das Weihnachtsgeld ausfällt, hängt allerdings ganz davon ab, wo man beschäftigt ist. In einigen Branchen gibt es feste Sätze: In der Landwirtschaft sind es 250 Euro, im Großhandel bekommen die Arbeitnehmer 256 bis 434 Euro und im Steinkohlebergbau 2.156 Euro.

In vielen Branchen wird jedoch kein Fixum, sondern ein bestimmter Anteil des Monatseinkommens als Weihnachtsgeld gezahlt (Grafik):

Im Bauhauptgewerbe West gibt es 55 Prozent eines Monatsgehalts, im Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen 62,5 Prozent und im Bankgewerbe 100 Prozent als Sonderzahlung.

Aufgrund der großen Bandbreite der Entgeltgruppen können die Weihnachtsgelder jedoch auch innerhalb einer Branche stark variieren: Ein Bankmitarbeiter etwa konnte dieses Jahr je nach Tätigkeit und Qualifikation zwischen 2.035 Euro und 4.495 Euro Weihnachtsgratifikation einstreichen. Spitzen-Tarifkräfte in der chemischen Industrie kamen sogar auf ein Plus von bis zu 5.455 Euro.

Nicht ganz so üppig sieht es bei den Versicherungen, im Einzelhandel, im Bauhauptgewerbe und in der Metall- und Elektro-Industrie aus. Zwar sind die Monatsverdienste im Bauhauptgewerbe und in der M+E-Industrie überdurchschnittlich hoch. Weil das Weihnachtsgeld aber maximal 55 Prozent des Monatslohns ausmacht, fällt es geringer aus als in vielen anderen Branchen. Da M+E-Beschäftigte allerdings auch Urlaubsgeld erhalten, summieren sich beide Zahlungen zusammen letztlich auf 1,24 Monatsgehälter.

In manchen Branchen gibt es zudem weitere Sonderregeln:

1. In der M+E-Industrie hängt die Höhe des Weihnachtsgelds von der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab. Nach sechs Monaten haben Beschäftigte einen Anspruch auf 25 Prozent, der dann innerhalb von drei Jahren schrittweise auf 55 Prozent steigt.

2. Im öffentlichen Dienst wird die Jahressonderzahlung nach der jeweiligen Entgeltgruppe differenziert. Die oberen Entgeltgruppen erhalten lediglich 60 Prozent eines Monatseinkommens, die mittleren 80 Prozent und die unteren 90 Prozent.

3. In der Chemieindustrie kann der Weihnachtsgeld-Prozentsatz mittels Betriebsvereinbarung nach oben und nach unten variiert werden.

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