Betriebliches Vorschlagswesen Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Jede Idee zahlt sich aus

Mit dem Ideenmanagement besitzen Unternehmen ein hervorragendes Instrument, um Mitarbeiter zum Mitdenken zu motivieren und gleichzeitig bares Geld einzusparen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Mehr als die Hälfte der Verbesserungsvorschläge im betrieblichen Ideenmanagement kann realisiert werden.
  • Jeder umgesetzte Vorschlag brachte den Unternehmen durchschnittlich 1.820 Euro pro Jahr ein.
  • Die Industrie führt das Ranking im Ideenmanagement an.
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Zwar haben im vergangenen Jahr nur 84 Unternehmen an der jährlichen Studie des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft (DIB) zum Thema Ideenmanagement teilgenommen, doch diese Firmen bilden erstens das Geschehen in fast allen Branchen ab, und zweitens hatten sie es in sich: Von ihren Mitarbeitern wurden nicht weniger als 872.000 Vorschläge eingereicht, um Prozesse oder Produkte zu verbessern.

Im Branchendurchschnitt hat jeder Mitarbeiter zwei Vorschläge eingereicht – das war das zweithöchste Niveau der vergangenen acht Jahre.

Mehr als die Hälfte der Verbesserungsvorschläge konnte realisiert werden, was ebenfalls ein neuer Rekord ist. Jeder umgesetzte Vorschlag brachte den Unternehmen Einsparungen oder Ergebnisverbesserun­gen von durchschnittlich 1.820 Euro pro Jahr ein.

Auch für die Mitarbeiter zahlen sich die Geistesblitze aus. In den untersuchten Unternehmen wurden fast 70 Millionen Euro an Prämien vergeben, allein 30 Millionen Euro davon in der Automobilindustrie.

Dabei gilt zunehmend: Nur Bares ist Wahres. Denn 78 Prozent der Prämien bestehen aus Geldprämien, während Sachprämien immer seltener vergeben werden.

Die Höhe der Prämien richtet sich in den meisten Unternehmen nach den Einsparungen bzw. der Ergebnisverbesserung im ersten vollen Umsetzungsjahr: Zwischen 10 und 30 Prozent davon werden üblicherweise an den Initiator gezahlt.

In der Autozulieferindustrie und bei den Energieversorgern wurden die besten Ideen im Jahr 2014 mit bis zu 150.000 Euro dotiert.

Rechnet man die Ergebnisse der DIB-Befragung auf die Gesamtwirtschaft hoch, wären – wenn alle mitmachen – jährliche Einsparungen in zweistelliger Milliardenhöhe drin.

Betrachtet man die Zahl der Verbesserungsvorschläge je 100 Beschäftigte, führt die Industrie mit ihren hochqualifizierten Fachkräften das Ranking an – allen voran die Metallverarbeitung. Dort reichte jeder Beschäftigte 2014 im Schnitt fast acht Vorschläge ein (Grafik). In dieser Branche ist auch der Anteil der Mitarbeiter, die sich am Ideenmanagement beteiligen, mit 63 Prozent am höchsten. Bei Banken und Versicherungen dagegen beträgt die Beteiligungsquote nur 12 Prozent.

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