Der Informationsdienst
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IW-Konjunkturumfrage Lesezeit 3 Min.

Iran-Krieg ist Rückschlag für die Wirtschaft

Der Krieg im Nahen Osten setzt die deutsche Wirtschaft zusätzlich unter Druck. Die vom IW befragten Unternehmen sagen mehrheitlich, dass sich ihre Lage gegenüber dem vergangenen Frühjahr verschlechtert habe. Und auch der Blick auf den weiteren Jahresverlauf ist überwiegend skeptisch.

Kernaussagen in Kürze:
  • Vor dem Hintergrund des Kriegs im Nahen Osten bleibt die deutsche Wirtschaft im Krisenmodus – für das laufende Jahr gehen 35 Prozent der Unternehmen von einem Rückgang ihrer Produktion aus, nur 21 Prozent rechnen mit einem Aufwärtstrend.
  • Die geopolitischen Krisen führen zusammen mit den Belastungen durch die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft dazu, dass sich auch die Investitionsperspektiven nicht aufhellen.
  • All dies schlägt auch auf die Beschäftigungspläne der Unternehmen durch: Nur rund 21 Prozent halten 2026 einen Personalaufbau für wahrscheinlich, während 29 Prozent eine sinkende Beschäftigtenzahl erwarten.
Zur detaillierten Fassung

Noch zum Jahreswechsel 2025/2026 schien es, als könnte die konjunkturelle Talsohle in Deutschland endlich durchschritten sein (siehe "IW-Verbandsumfrage: Wirtschaft erwartet leichten Aufwärtstrend"). Doch nachdem Ende Februar der Iran-Krieg ausbrach, wurde schnell klar, dass es mit der wirtschaftlichen Erholung erst mal nichts werden würde: Die Energiepreise schossen in die Höhe und die Blockade der Straße von Hormus führt nicht nur bei Energiegütern dazu, dass Lieferketten und damit Teile der industriellen Produktion gefährdet sind. All dies trifft auf eine deutsche Volkswirtschaft, die schon lange unter strukturellem Anpassungsdruck steht – unter anderem gehemmt durch ein hohes Steuer- und Abgabenniveau und überbordende Regulierungen.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die im März vom IW befragten knapp 1.000 Unternehmen in Deutschland trüber Stimmung sind (Grafik):

Fast 43 Prozent der Unternehmen sagen, ihre Geschäftslage habe sich gegenüber dem Frühjahr 2025 verschlechtert, nur gut 14 Prozent berichten von einer Verbesserung.

So viel Prozent der Unternehmen in Deutschland bewerten die Lage bei diesen Indikatoren im Frühjahr 2026 gegenüber dem Frühjahr 2025 wie folgt und erwarten für das Jahr 2026 gegenüber 2025 diese Entwicklung Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Vor allem im Dienstleistungssektor halten deutlich mehr Firmen den Daumen nach unten als bei der vorangegangenen Umfrage.

Für das laufende Jahr gehen insgesamt 35 Prozent der vom IW befragten Unternehmen von einem Rückgang ihrer Produktion aus, nur 21 Prozent rechnen mit einem Aufwärtstrend.

Das IW befragt die Unternehmen regelmäßig auch zu ihren Erwartungen. Hier zeigt sich, dass nunmehr ununterbrochen seit Herbst 2023 der Anteil jener Unternehmen überwiegt, die von einer negativen Geschäftsentwicklung ausgehen – nie zuvor seit 2005, als die IW-Umfrage erstmals gesamtdeutsche Ergebnisse auswies, gab es eine solch lange Phase des Pessimismus. Die aktuellen Zahlen:

Für das laufende Jahr gehen insgesamt 35 Prozent der Unternehmen von einem Rückgang ihrer Produktion aus, nur 21 Prozent rechnen mit einem Aufwärtstrend.

So viel Prozent der Unternehmen in Deutschland erwarten für das Jahr 2026 gegenüber 2025 diese Entwicklung der Produktion, Investitionen und Beschäftigung Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Am höchsten ist der Anteil der Skeptiker mit 39 Prozent in der Industrie (Grafik). Vor allem bei den Herstellern von Konsumgütern sowie in der Grundstoffindustrie regiert die Skepsis. Im Dienstleistungsbereich setzt sich der negative Erwartungstrend der vergangenen Umfragen fort und auch im Bausektor, wo sich Optimisten und Pessimisten noch im Herbst 2025 die Waage hielten, befürchtet nun wieder eine relative Mehrheit von 30 Prozent eine sinkende Produktion.

Die Perspektiven für Investitionen und Beschäftigung in der Wirtschaft sind trüb

Die vielfältigen Belastungen durch die geopolitischen Krisen und die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft führen dazu, dass auch das Investitionsklima mau bleibt:

Fast vier von zehn Unternehmen geben an, in diesem Jahr voraussichtlich weniger zu investieren als 2025 – nur zwei von zehn werden ihr Budget voraussichtlich aufstocken.

Im vergangenen Herbst sah es zumindest in der Bauwirtschaft noch so aus, als ob sich die Investitionsperspektiven ein wenig aufhellen würden – nun sind die Erwartungen dort wieder in etwa so getrübt wie in den anderen Wirtschaftssektoren.

Wo die Geschäfte schlechter laufen und Investitionen gekürzt werden, treffen die Folgen irgendwann fast zwangsläufig auch den Arbeitsmarkt:

Nur rund 21 Prozent aller befragten Unternehmen gehen für 2026 von einem Personalaufbau aus, 29 Prozent erwarten dagegen, dass die Zahl ihrer Beschäftigten sinken wird.

Am ehesten ausgeglichen sind die Trendmeldungen noch im Baugewerbe. In der Industrie geht die Schere dagegen weit auseinander – 37 Prozent der Firmen des Verarbeitenden Gewerbes rechnen mit einem Stellenabbau, während vermutlich nur 14 Prozent unterm Strich zusätzliche Mitarbeiter einstellen werden.

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