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des Instituts der deutschen Wirtschaft

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Demografie Lesezeit 2 Min.

Interview: „Wir brauchen Zuwanderung“

Von 2010 bis 2024 wuchs die deutsche Bevölkerung konstant, bis auf das erste Coronajahr. 2025 jedoch schrumpfte die Bevölkerung überraschend. Warum das ein Problem ist, erläutert Philipp Deschermeier, Senior Economist für Immobilienökonomik und Demografie im Institut der deutschen Wirtschaft.

Kernaussagen in Kürze:
  • Dass Deutschlands Bevölkerung schrumpft, hält IW-Demografieforscher Philipp Deschermeier volkswirtschaftlich für ein Problem, da die Bevölkerung zusätzlich auch altert.
  • „Dadurch gibt es weniger Menschen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, und diese Entwicklung wird sich verstetigen. Das ist langfristig eine Gefahr für unseren Wohlstand“, so Deschermeier.
  • „Wir brauchen Zuwanderung. Um die Babyboomer zu ersetzen, die jetzt und in den kommenden Jahren in Rente gehen, müssten wir uns eigentlich massiv anstrengen, um gerade auch qualifizierte Fachkräfte in großer Zahl nach Deutschland zu bekommen.“
Zur detaillierten Fassung

Deutschlands Bevölkerung schrumpft. Ist das eine schlechte Nachricht?

Volkswirtschaftlich betrachtet ist es insofern eine schlechte Nachricht, als wir nicht nur schrumpfen, sondern auch altern. Immer mehr Babyboomer erreichen das gesetzliche Renteneintrittsalter und das nicht erst seit heute, sondern bereits seit einigen Jahren.

Wenn dem Arbeitsmarkt immer weniger Menschen zur Verfügung stehen und sich diese Entwicklung verstetigt, ist das langfristig eine Gefahr für unseren Wohlstand.

Dieser Prozess wird sich in der Zukunft zudem noch beschleunigen. Dadurch sinkt das Erwerbspersonenpotenzial, da gleichzeitig immer weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt kommen. Und das bedeutet, dass die Demografie einen gewissen Druck auf den Arbeitsmarkt entfaltet. Denn es gibt dadurch weniger Menschen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, und diese Entwicklung wird sich verstetigen. Das ist langfristig eine Gefahr für unseren Wohlstand.

In puncto Wohnungsmangel, fehlender Kitaplätze und einer steigenden Arbeitslosigkeit hilft es uns doch, wenn es weniger Menschen gibt?

All dies verteilt sich regional sehr unterschiedlich. Wenn Deutschland schrumpft, bedeutet das nicht, dass jeder Kreis und jede Stadt schrumpft. Wir haben nach wie vor Regionen, in denen die Bevölkerung wächst. In diesen Regionen haben wir bereits angespannte Wohnungsmärkte, eine in vielerlei Hinsicht mangelhafte Infrastruktur sowie spürbare Lücken in der Kinderbetreuung. Dort wird sich der Druck tendenziell weiter verstärken, während die Bevölkerung in vielen ländlichen Räumen schrumpft. Dort werden diese fortschreitenden Bevölkerungsrückgänge beispielsweise zu einem Verfall der Immobilienpreise führen.

Sie prognostizieren für Deutschland eine weiterhin sinkende Bevölkerung bis 2045. Wie ließe sich gegensteuern?

Philipp Deschermeier ist Senior Economist für Immobilienökonomik und Demografie im IW; Foto: IW Um zumindest eine konstante Bevölkerungsgröße zu halten, brauchen wir Zuwanderung. Allerdings stehen die politischen Zeichen im Moment eher auf Begrenzung der Migration. Für den Arbeitsmarkt ist das eine große Gefahr. Denn um die Babyboomer zu ersetzen, die jetzt und in den kommenden Jahren in Rente gehen, müssten wir uns eigentlich massiv anstrengen, um gerade auch qualifizierte Fachkräfte in großer Zahl nach Deutschland zu bekommen.

 

Wären mehr Geburten in Deutschland auch eine Lösung?

Dass alle Frauen in Deutschland im Schnitt zwei oder drei Kinder bekommen, ist völlig unrealistisch. Und selbst wenn es so wäre, würden sich solche Geburtenraten auf dem Arbeitsmarkt erst in einem Vierteljahrhundert niederschlagen.

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