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Innovative Nachbarn gefragt

Viele Politiker in den Ländern und Kommunen würden die Ansiedlung von Pharmaunternehmen in ihrer Region begrüßen. Eine Studie des IW Köln gibt Hinweise darauf, was die Firmen bei ihrer Standortwahl beachten – unter anderem die Industriestruktur und den Bildungsstand der Bevölkerung vor Ort.

Kernaussagen in Kürze:
  • Weil die Pharmabranche kräftig wächst, treibt sie in den Regionen, wo sie angesiedelt ist, die Wirtschaft an und schafft krisenfeste Arbeitsplätze.
  • In Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Berlin zählte die Pharmaindustrie 2011 insgesamt 77.000 Mitarbeiter – das waren fast drei Viertel aller Pharmabeschäftigten in Deutschland.
  • Während zum Beispiel in Berlin rund jeder dritte Pharmabeschäftigte einen Hochschulabschluss hat, ist es in NRW nur etwa jeder sechste.
Zur detaillierten Fassung

Weil die Pharmabranche kräftig wächst, treibt sie in den Regionen, wo sie angesiedelt ist, die Wirtschaft an und schafft krisenfeste Arbeitsplätze. Derzeit ist diese Industrie­sparte in fünf Bundesländern besonders stark vertreten (Grafik):

In Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Berlin zählte die Pharmaindustrie 2011 insgesamt 77.000 Mitarbeiter – das waren fast drei Viertel aller Pharmabeschäftigten in Deutschland.

Dass die Branche gerade in diesen Ländern Flagge zeigt, hat teils historische Gründe – Bayer zum Beispiel produziert schon seit 150 Jahren an Standorten in NRW.

Darüber hinaus profitieren die starken Pharmaregionen aber auch von aktuell guten Standortbedingungen – etwa von der engen Anbindung an andere forschungsintensive Industrien. So sind in der Nähe der Pharmafirmen zumeist auch viele Unternehmen der Chemiebranche, des Maschinenbaus und/oder der Biotechnologie angesiedelt.

Ein weiterer wichtiger Standortfaktor ist das Ausbildungsniveau vor Ort. Dennoch gibt es laut IW-Studie nur einen begrenzten Zusammenhang zwischen dem Akademikeranteil in der Bevölkerung eines Bundeslands und dem dortigen Stellenwert der Pharmaindustrie.

Dazu passt, dass die Unternehmen der pharmazeutischen Industrie nicht überall vorrangig auf Akademiker setzen (Grafik).

Während zum Beispiel in Berlin rund jeder dritte Pharmabeschäftigte einen Hochschulabschluss hat, ist es in NRW nur etwa jeder sechste.

Eine naheliegende Erklärung: Arzneimittel werden von den Pharmafirmen erforscht, produziert und vertrieben. Dies geschieht aber längst nicht immer an ein und demselben Standort. Entsprechend unterscheiden sich auch die Qualifikationsanforderungen an die Mitarbeiter in den jeweiligen Betrieben.

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