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Initiativen gegen den Vorruhestand

In der EU ist inzwischen fast wieder jeder zweite 55- bis 64-Jährige erwerbstätig – das war nicht immer so. Vor allem Gesetzesänderungen und Initiativen der Tarifparteien haben diese Entwicklung angestoßen.

Kernaussagen in Kürze:
  • In der EU ist inzwischen fast wieder jeder zweite 55- bis 64-Jährige erwerbstätig – das war nicht immer so.
  • Im Durchschnitt gingen europäische Arbeitnehmer im Jahr 2010 mit 61,5 Jahren in Rente – und somit häufig vor dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters.
  • Gewerkschaften und Arbeitgeber tun einiges, damit ältere Beschäftigte länger in den Betrieben bleiben.
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75 Prozent der Bevölkerung sind berufstätig und helfen, Wachstum und Wohlstand zu sichern – so lautet eines der Ziele, die sich die Europäische Kommission in der Wachstumsstrategie „Europa 2020“ gesetzt hat. Diese Quote ist allerdings nur zu erreichen, wenn ältere Beschäftigte sich nicht schon frühzeitig aus dem Arbeitsleben verabschieden.

Im Durchschnitt gingen europäische Arbeitnehmer im Jahr 2010 mit 61,5 Jahren in Rente – und somit häufig vor dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters.

Allerdings tut sich etwas auf diesem Gebiet: Nach einer Studie der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound) arbeitet heute fast überall in der EU ein größerer Anteil der 55- bis 64-Jährigen als noch im Jahr 2000. Vor allem in Deutschland hat sich die Situation grundlegend gewandelt (Grafik).

Ein Grund für die Fortschritte ist, dass in vielen Ländern der Gesetzgeber aktiv geworden ist. In Deutschland, Bulgarien, Tschechien und Rumänien zum Beispiel ist das gesetzliche Renteneintrittsalter erhöht worden.

Aber auch Gewerkschaften und Arbeitgeber tun einiges, damit ältere Beschäftigte länger in den Betrieben bleiben. Entsprechende Tarifverträge sind in Deutschland, Frankreich und Belgien abgeschlossen worden:

  • In Deutschland haben sich zum Beispiel die Tarifparteien der Chemischen Industrie auf eine lebensphasengerechte Arbeitszeitgestaltung verständigt (vgl. iwd 23/2012).
  • In Frankreich schreibt der Gesetzgeber bei der Beschäftigung Älterer Haustarifverträge vor. Darin geregelt sind unter anderem die Rekrutierung älterer Mitarbeiter, deren Weiterbildung, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Übergang in die Rente.

In anderen Teilen Europas ist diese Thematik jedoch noch nicht angekommen – oder es gibt drängendere Probleme. So sind die Beschäftigtenquoten in der Altersklasse 55plus in Griechenland, Portugal und Rumänien zwischen 2000 und 2012 zurückgegangen.

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