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Industrie treibt die Wirtschaft an

Im Zeitalter der Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft gilt die Industrie manch einem als Auslaufmodell. Doch eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt: Das Verarbeitende Gewerbe ist in der EU nach wie vor ein starker Wachstumsmotor. Auf diesen Wirtschaftsbereich entfallen fast drei Fünftel aller Exporte und rund zwei Drittel der Forschungs- und Entwicklungsausgaben.

Kernaussagen in Kürze:
  • Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt: Das Verarbeitende Gewerbe ist in der EU nach wie vor ein starker Wachstumsmotor.
  • Da das Verarbeitende Gewerbe eng mit anderen Branchen verflochten ist, hängen in der EU insgesamt 52 Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Industrie ab.
  • Die Industriepolitik der EU muss die grenzüberschreitende Vernetzung über alle Produktionsstufen hinweg erleichtern, um Innovationen zu fördern.
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Die wahre Bedeutung der Industrie zeigt sich jedoch darin, dass sie stark auf andere Sektoren ausstrahlt. Weil das Verarbeitende Gewerbe eng mit anderen Branchen verflochten ist, hängen in der EU insgesamt 52 Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Industrie ab. Ohne die Zusammenarbeit mit großen Industrieunternehmen könnten viele Dienstleister kaum auf dem Weltmarkt Fuß fassen. Und Innovationen entstehen in der EU häufig nur noch durch branchen- und staatenübergreifende Kooperationen.

Die Industriepolitik der EU muss all dies stärker berücksichtigen, indem sie die grenzüberschreitende Vernetzung über alle Produktionsstufen hinweg erleichtert. Dazu gilt es, den EU-Binnenmarkt effektiver zu machen und die Wettbewerbsintensität zu erhöhen – zum Beispiel durch den Abbau von Markteintrittsbarrieren für international tätige Firmen. Nötig sind zudem eine bessere transeuropäische Infrastruktur und Informationsplattformen, die europaweite Kooperationen von Unternehmen erleichtern.

Vor allem aber muss die EU bei ihrer Industriepolitik die Wettbewerbsfähigkeit dieses Wirtschaftszweigs viel konsequenter im Blick behalten. Bislang hat sich Europa oft selbst ein Bein gestellt. Zum Beispiel hat die Gesetzgebung in der Energie- und Klimapolitik dazu geführt, dass die europäischen Industriefirmen mit deutlich schärferen Regulierungen und höheren Kosten belastet sind als die Unternehmen außerhalb der EU.

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