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In NRW ist nicht alles okay

Am 14. Mai 2017 wird in Nordrhein-Westfalen gewählt. Die Landtagswahl gilt als richtungsweisend für die bevorstehende Bundestagswahl, schließlich ist NRW mit knapp 18 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Bundesland.

Kernaussagen in Kürze:
  • NRW hat zwar wirtschaftlich zuletzt etwas aufgeholt, doch die neue Landesregierung muss einen hohen Schuldenberg und eine vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit in den Griff bekommen.
  • Die Infrastruktur ist recht marode - viele Straßen und Brücken in NRW müssen dringend saniert werden.
  • Angesichts vieler Hochschulen und wissenschaftlicher Einrichtungen könnte das bevölkerungsreichste Bundesland deutlich innovativer sein.
Zur detaillierten Fassung

NRW hat wirtschaftlich zuletzt ein wenig aufgeholt: Wies das Bundesland 2015 deutschlandweit noch das zweitniedrigste Wachstum auf, kam es 2016 immerhin wieder auf ein BIP-Plus von 1,8 Prozent und damit auf Platz sechs. Allerdings hat die Regierung in Düsseldorf mit 180 Milliarden Euro auch einen Batzen Schulden aufgehäuft, der die Investitionskraft zwischen Rhein und Ruhr erheblich beeinträchtigt.

Relativ hohe Arbeitslosenquote

Doch nicht nur der Schuldenberg ist ein Problem, der neue Landtag muss auch noch andere Herausforderungen meistern (Grafik):

Im Jahr 2015 betrug das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in NRW rund 36.500 Euro – fast 600 Euro weniger als im bundesweiten Durchschnitt.

Auch die Arbeitslosenquote ist in NRW mit 7,7 Prozent relativ hoch. Eine andere Baustelle ist die teils marode Infrastruktur. Fast 30 Prozent aller Staukilometer in Deutschland entfielen 2016 auf Nordrhein-Westfalen, was vor allem auf die zahlreichen baufälligen Brücken zurückzuführen ist, die dem hohen Transitverkehr nicht gewachsen sind.

Eine Ursache für die prekäre Situation der nordrhein-westfälischen Wirtschaft ist die Forschungsschwäche: Die Unternehmen in NRW geben nur knapp 2 Prozent des BIP für eigene Forschung und Entwicklung aus.

Geringe Forschungsausgaben

Eine Ursache für die prekäre Situation der nordrhein-westfälischen Wirtschaft ist die Forschungsschwäche. Die Unternehmen an Rhein und Ruhr geben nicht einmal 2 Prozent des BIP für eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (FuE) aus – in Baden-Württemberg sind es fast 5 Prozent.

Die Zurückhaltung bei den FuE-Investitionen schlägt sich auch in der Zahl der Patente nieder: 2016 gab es in NRW 40 Patentanmeldungen je 100.000 Einwohner, beim Spitzenreiter Baden-Württemberg waren es 132.

Potenzial vorhanden

Dabei hat NRW das Potenzial, innovativer zu sein. Mit einer Vielzahl von Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen – darunter allein zwölf Max-Planck-Institute – sind die Voraussetzungen durchaus gegeben. Damit sich die Forschungsergebnisse jedoch auch auszahlen, müssten die Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft noch enger werden.

Eine Initiative, die die Patentanmeldungen in die Höhe schrauben soll, gibt es bereits: die „NRW-Patentvalidierung“. Sie ist aus einer Kooperation des Forschungs- und des Wirtschaftsministeriums hervorgegangen und unterstützt Hochschulen bei der Weiterentwicklung und Umsetzung ihrer Erfindungen.

Und auch in puncto Digitalisierung tut sich was: In sechs NRW-Städten – darunter Köln, Bonn und Münster – sind im vergangenen Jahr „Digital Hubs“ eröffnet worden, die Kooperationen zwischen Start-ups, Industrie und mittelständischen Betrieben fördern.

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