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Immobilienbesitz schützt vor Armut

Wer älter ist als 65 Jahre, hat im Durchschnitt deutlich mehr als 100.000 Euro auf der hohen Kante – und braucht deshalb auch keine Grundsicherung, selbst wenn die Rente gering ausfallen sollte.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im Jahr 2013 waren 9,1 Prozent der Gesamtbevölkerung auf Grundsicherungsleistungen angewiesen, in der Altersgruppe der 65-Jährigen und Älteren dagegen nur 3 Prozent.
  • Kurz vor der Rente hat jeder Deutsche ein durchschnittliches Vermögen von fast 125.000 Euro – nach Abzug von Hypotheken und Krediten.
Zur detaillierten Fassung

Eine aktuelle Auswertung des Statistischen Bundesamts scheint zu erklären, warum die Angst vor Alters­armut weit verbreitet ist: Im Jahr 2013 galten im Westen Deutschlands 14,8 Prozent aller 65-jährigen und älteren Bürger als armutsgefährdet. Für die gesamte Bevölkerung in Westdeutschland lag der Wert bei 14,4 Prozent. Etwas besser schneiden die Älteren in den neuen Bundesländern ab. Dort sind nur knapp 13 Prozent der Senioren armutsgefährdet. Von Armutsgefährdung spricht man, wenn jemand weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Einkommens zur Verfügung hat.

Diese Statistik hat jedoch den Haken, dass sie nur die laufenden Einkünfte berücksichtigt – Vermögen bleiben außen vor. Das erklärt, warum die Armutsgefährdungsquote relativ hoch ausfällt, während die Grundsicherung im Alter – quasi die Sozialhilfe – unterdurchschnittlich oft beansprucht wird.

Im Jahr 2013 waren 9,1 Prozent der Gesamtbevölkerung auf Grund­sicherungsleistungen angewiesen, in der Altersgruppe der 65-Jährigen und Älteren dagegen nur 3 Prozent.

Grundsicherung erhält ein Ruheständler erst, wenn sein eigenes Einkommen und das seines unterhaltspflichtigen Partners zu gering sind und zusätzlich sein Vermögen bis auf den gesetzlich festgelegten Schonbetrag aufgezehrt ist.

Der Aufbau von Vermögen nimmt in Deutschland typischerweise erst ab einem Alter von 35 Jahren Fahrt auf – vorher stehen Ausbildung, Berufsfindung und Gründung eines eigenen Hausstands an.

Kurz vor der Rente hat jeder Deutsche ein durchschnittliches Vermögen von fast 125.000 Euro – nach Abzug von Hypotheken und Krediten.

Mit Beginn der Rente nimmt das Nettovermögen dann sogar noch zu, zum Beispiel, weil Lebensversicherungen ausgezahlt werden, bevor die Senioren dann ans Eingemachte gehen (Grafik). Das legt den Schluss nahe, dass die Alterseinkommen – also die gesetzliche Rente sowie die betriebliche und private Absicherung – in den meisten Fällen ausreichen, um die alltäglichen Ausgaben zu bestreiten.

Selbst im hohen Alter beträgt das Vermögen im Schnitt noch mehr als 100.000 Euro pro Person. Statistisch nicht erfasst wird allerdings, wofür die Reserven angetastet werden. Vermutlich erfüllt sich mancher Silver-Ager einen langersehnten Reisewunsch oder die Rentner bauen die eigenen vier Wände für den Pflegefall um. Genauso gut ist es aber auch möglich, dass fürsorgende Groß­eltern die Ausbildung ihrer Enkel unterstützen.

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