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des Instituts der deutschen Wirtschaft

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Arbeitsmarkt Lesezeit 3 Min.

Immer mehr Frauen in Ingenieurberufen

In den vergangenen Jahren ist der Beschäftigtenanteil von Frauen in den meisten Ingenieurberufen gestiegen. Ein gutes Zeichen für die Zukunft ist, dass auch die Zahl der Frauen wächst, die ein Studium der Ingenieurwissenschaften absolvieren. Um noch mehr Mädchen und junge Frauen für eine Karriere in dieser Fachrichtung zu begeistern, muss die Politik handeln.

Kernaussagen in Kürze:
  • Von Ende 2012 bis Juni 2025 hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in Ingenieurberufen auf 217.400 fast verdoppelt.
  • Von einem Gleichstand zwischen Ingenieurinnen und Ingenieuren ist Deutschland sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch im Wissenschaftsbetrieb aber noch weit entfernt. Damit hier in Zukunft für die Frauen mehr geht, müssen schon in der Schule die Weichen gestellt werden.
  • Mit geeigneten Aktivierungsmaßnahmen könnte die Zahl der in den Ingenieur- und Informatikberufen beschäftigten Frauen im Jahr 2035 um gut 56.000 höher sein, als sonst zu erwarten wäre.
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Das Ziel, den Wohlstand hierzulande zu sichern und zu steigern, lässt sich nur erreichen, wenn die deutsche Wirtschaft im internationalen Innovationswettbewerb stark ist. Zwar sind die Forschungs- und Entwicklungsausgaben in Relation zur Wirtschaftsleistung seit der Jahrtausendwende von unter 2,5 Prozent auf mehr als 3 Prozent gestiegen. Doch das reicht nicht, um mit Ländern wie den USA, Südkorea oder China mitzuhalten.

Das Problem: Unternehmen in Deutschland haben mit einer Reihe von Innovationshemmnissen zu kämpfen. Neben hohen Steuern und Abgaben sowie einer überbordenden Bürokratie zählt dazu auch der Fachkräftemangel. Dieser wird sich aufgrund der demografischen Entwicklung noch verschärfen.

Umso wichtiger ist es, das potenzielle Arbeitskräfteangebot bestmöglich auszuschöpfen. Das heißt vor allem, mehr Frauen für jene Berufe zu gewinnen, die für die Innovationskraft Deutschlands bedeutsam sind, und dazu zählen zuvorderst die Ingenieurberufe. Immerhin zeigen die Zahlen für die vergangenen Jahre, dass die Richtung stimmt:

Von Ende 2012 bis Juni 2025 hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in Ingenieurberufen fast verdoppelt – auf 217.400.

Ihr Anteil an allen Beschäftigten in diesen Berufen stieg damit von rund 15 auf gut 20 Prozent.

Nun sind Ingenieurinnen und Ingenieure in ganz unterschiedlichen Berufsgruppen tätig – entsprechend variieren auch die Frauenanteile stark (Grafik):

In den Ingenieurberufen der Rohstofferzeugung und -gewinnung erreichte der Frauenanteil 2025 fast 45 Prozent – auf dem Gebiet der Energie- und Elektrotechnik sowie der Metallverarbeitung lag er dagegen lediglich bei 12 Prozent.

So viel Prozent der Beschäftigten in diesen Ingenieurberufsgruppen in Deutschland waren Frauen Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Der Trend zu mehr Ingenieurinnen war allerdings in fast allen Berufsgruppen zu beobachten – nur in der Kunststoffherstellung und Chemie hat sich der Frauenanteil seit 2012 um knapp 6 Prozentpunkte verringert.

Zahl der Studentinnen in Ingenieurwissenschaften steigt

Die Frage stellt sich nun, ob der insgesamt erfreuliche Trend anhalten wird. Ein positives Signal ist, dass sich junge Frauen öfter als früher für ein Studium der Ingenieurwissenschaften entscheiden. Zwischen 2015 und 2023 ist die Zahl der Studentinnen dieser Fachrichtung von 166.000 auf mehr als 189.000 gestiegen. Anders gerechnet (Grafik):

Im Jahr 2023 waren gut 25 Prozent aller Studenten in den Ingenieurwissenschaften an deutschen Hochschulen Frauen – acht Jahre zuvor betrug der Anteil erst rund 22 Prozent.

So viel Prozent dieser Gruppen in den Ingenieurwissenschaften an deutschen Hochschulen waren beziehungsweise entfielen auf Frauen Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Die Daten zeigen aber auch: Von einem Gleichstand zwischen Ingenieurinnen und Ingenieuren ist Deutschland sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch im Wissenschaftsbetrieb noch weit entfernt.

Mit geeigneten Aktivierungsmaßnahmen könnte die Zahl der in den Ingenieur- und Informatikberufen beschäftigten Frauen im Jahr 2035 um gut 56.000 höher sein, als sonst zu erwarten wäre.

Damit hier in Zukunft für die Frauen mehr geht, müssen schon in jungen Jahren die Weichen gestellt werden. Denn in Mathematik und den Naturwissenschaften erreichen Mädchen in der Schule teils geringere, teils höhere Kompetenzen als Jungen, sie trauen sich aber vielfach weniger zu. Hier sind Lehrkräfte und Eltern gefordert, stereotype Einstellungen und Erwartungen zu überwinden und die Neugier der Mädchen auf die mit den MINT-Fächern verbundenen beruflichen Chancen zu wecken.

In der Phase der Berufsorientierung könnte dabei beispielsweise helfen, dass junge Frauen sich oft für Themen wie den Klimaschutz interessieren und für die notwendige ökologische Transformation der Wirtschaft nicht zuletzt Know-how im Bereich der Ingenieurwissenschaften sowie der IT benötigt wird.

Gelänge es so, noch mehr Frauen von einer Karriere im Bereich der Ingenieurwissenschaften oder der Informatik zu überzeugen, wäre der wirtschaftliche Effekt beachtlich:

Mit geeigneten Aktivierungsmaßnahmen könnte die Zahl der in den Ingenieur- und Informatikberufen beschäftigten Frauen im Jahr 2035 um gut 56.000 höher sein, als sonst zu erwarten wäre. Der zusätzliche Wertschöpfungsbeitrag läge bei knapp 7 Milliarden Euro.

Ein Selbstläufer ist dies allerdings nicht. Die Politik sollte den Einstieg von Frauen in die Ingenieur- und Informatikberufe zusätzlich fördern, indem sie unter anderem die Berufsberatung stärker in den regulären Schulunterricht integriert. Ferner gilt es, Mentoring- und Netzwerkprogramme zu etablieren, in denen sich junge Frauen, die vor der Berufs- oder Studienwahl stehen, mit Ingenieurinnen aus der Praxis austauschen können.

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