Autos 12.09.2016 Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Immer ältere Autos auf Deutschlands Straßen

Zu Beginn des Jahres 2016 waren gut 45 Millionen PKW in Deutschland zugelassen - fast vier Millionen mehr als vor acht Jahren. Dennoch werden die Autos im Schnitt immer älter. Das spiegelt sich sowohl in der Pannenstatistik als auch im durchschnittlichen Spritverbrauch wider.

Kernaussagen in Kürze:
  • Derzeit fahren mehr als 45 Millionen PKW auf Deutschlands Straßen.
  • Das Durchschnittsalter der PKW-Flotte beträgt mehr als 9 Jahre.
  • Der Benzinverbrauch sinkt seit Jahren.
Zur detaillierten Fassung

Mehr als 3,2 Millionen Neuzulassungen im vergangenen Jahr haben die Zahl der Autos in Deutschland auf 45,1 Millionen gehievt. Zwar machen Neuwagen des Jahrgangs 2015 rund 7 Prozent des gesamten PKW-Bestands aus, der aber wird im Schnitt immer älter (Grafik):

Im Jahr 2007 waren die Autos auf Deutschlands Straßen durchschnittlich etwas mehr als acht Jahre alt, mittlerweile haben sie über 9 Jahre auf dem Buckel.

Der Grund dafür heißt Langlebigkeit: Weil die Fahrzeuge technisch immer besser werden und entsprechend lange halten, waren Ende 2015 schon fast 40 Prozent der PKW-Flotte mindestens zehn Jahre alt, gut 5 Prozent sogar mindestens 20 Jahre.

Die Autos auf Deutschlands Straßen werden immer besser – und immer älter.

Allerdings wurde dieser Trend in den Jahren 2009 einmalig unterbrochen. Damals sorgte die Umweltprämie – im Volksmund Abwrackprämie genannt – dafür, dass fast 1,8 Millionen Altfahrzeuge mit einem Durchschnittsalter von 14,4 Jahren verschrottet wurden und das durchschnittliche Alter der Flotte von 8,2 auf 8,1 Jahre zurückging.

Geringerer Spritverbrauch

Die aktuell 45 Millionen PKW sind – statistisch gesehen – bei einem Durchschnittsalter von 9,2 Jahren im Jahr 2006 vom Band gelaufen, also in dem Jahr, in dem die EU mit der CO2-Verbrauchsregulierung für Neuwagen begonnen hat. Dieser Effekt wird sich zwar erst künftig in der Statistik niederschlagen, dennoch sind die Treibstofftverbräuche von Benzinern seit Jahren rückläufig. Bei Dieselfahrzeugen ist eine Seitwärtsbewegung zu beobachten. Da sich der Diesel aber immer mehr auf große Fahrzeuge konzentriert, ist diese Entwicklung nicht überraschend.

Insgesamt behindert die immer längere Nutzung der Autos eine Reduktion des Schadstoffausstoßes sowie des Verbrauchs fossiler Brennstoffe, da der Umstieg auf eine effizientere Technik verzögert wird.

Mehr Pannen

Doch dies ist nicht der einzige Effekt. Wenn die Autos immer länger gefahren werden, steigt auch die Pannenhäufigkeit:

Im Jahr 2007 musste der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) rund 3,8 Millionen Mal helfen, im Jahr 2015 waren es schon fast 4 Millionen Einsätze.

Das Pannen-Plus von 4,4 Prozent entspricht ziemlich genau der Zunahme der PKW-Fahrleistung.

Bei der Interpretation dieser Zahlen ist jedoch zweierlei zu beachten. Zum einen gibt es witterungsbedingte Schwankungen. In den Jahren 2011 bis 2013 zum Beispiel waren die Winter hart und die Autos damit pannenanfälliger, 2015 fiel die kalte Jahreszeit eher mild aus. Zum anderen gab es 2014 den ADAC-Skandal um den manipulierten Autopreis „Gelber Engel“. Das hat andere Automobilclubs veranlasst, eine eigene Infrastruktur aufzubauen – diese Einsätze werden aber in der Pannenstatistik nicht mitgezählt. Deshalb hat zum Beispiel der Automobilclub von Deutschland (AvD) eine eigene Statistik veröffentlicht und die Zahl der Einsätze für 2015 mit rund 100.000 angegeben.

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