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Im Interesse der Beschäftigten

Gewerkschaften und Teile der Politik wollen die geringfügige Beschäftigung am liebsten abschaffen. Den Beschäftigten würden sie damit aber keinen Gefallen tun.

Kernaussagen in Kürze:
  • Gewerkschaften und Teile der Politik wollen die geringfügige Beschäftigung am liebsten abschaffen.
  • Nicht einmal jeder sechste Minijobber will eine Vollzeitbeschäftigung mit mehr als 32 Wochenstunden.
  • Zwar würden viele geringfügig Beschäftigte gern mehr arbeiten – aber nicht gleich Vollzeit.
Zur detaillierten Fassung

Die Liste der Übel, die nach Meinung vieler Kritiker von der geringfügigen Beschäftigung ausgehen, macht sich u.a. an zwei Punkten fest:

  1. Immer mehr Minijobs anstelle von regulären Arbeitsplätzen. Für eine systematische Umwandlung von Vollzeitstellen in Minijobs gibt es bislang allerdings kaum Belege. Die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten hat sich seit 2004 nur wenig verändert.
  2. Fehlende Rentenansprüche. Nicht für jedes Beschäftigungsverhältnis muss die gesamte Maschinerie der Sozialversicherungsbürokratie anlaufen. Die Gewerkschaften deuten dies in mangelnden Schutz um. Der Kern des Problems liegt jedoch woanders. Die Minijobber wären auch dann nicht abgesichert, wenn sie der vollen Versicherungspflicht unterliegen würden. Denn die Leistungen aus Arbeitslosen- und Rentenversicherung wären viel zu gering, um den Lebensunterhalt zu decken.

Die eigentlichen Probleme sind die kurze Arbeitszeit und das geringe Bruttoeinkommen. Einerseits gibt es bei manchen Jobs nur für wenige Stunden einen Bedarf. Andererseits zeigt eine Befragung, dass die meis­ten Mini- und Teilzeitbeschäftigten auch nur an einem geringen Arbeitsvolumen interessiert sind (Grafik):

Nicht einmal jeder sechste Minijobber will eine Vollzeitbeschäftigung mit mehr als 32 Wochenstunden.

Zwar würden viele geringfügig Beschäftigte gern mehr arbeiten – aber nicht gleich Vollzeit. Multipliziert man die im Schnitt gewünschte Arbeitszeit mit dem aktuellen Stundenlohn, ergibt sich ein Lohn, der unterhalb der Minijob-Grenze von derzeit noch 400 Euro liegt (Kasten).

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