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Hohe Erfolgsquote

Im Jahr 2013 haben die Bundesagentur für Arbeit und das Bundesarbeitsministerium das Programm „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“ ins Leben gerufen, um jungen Erwachsenen ohne Berufsausbildung den Weg in den Arbeitsmarkt zu ebnen. Die Initiative ist ein voller Erfolg.

Kernaussagen in Kürze:
  • Von Anfang 2013 bis Mitte 2015 haben zwischen 73 und 87 Prozent der Teilnehmer nach Sozialgesetzbuch (SGB) III das Programm erfolgreich abgeschlossen
  • Bis zu 80 Prozent der Absolventen, die nach SGB III gefördert wurden, haben eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen
  • In Deutschland haben ungefähr 1,5 Millionen 25- bis 34-Jährige keinen Berufsabschluss
Zur detaillierten Fassung

In Deutschland haben ungefähr 1,5 Millionen 25- bis 34-Jährige keinen Berufsabschluss. Diesen Menschen gibt die Bundesagentur mit dem Spätstarter-Programm die Gelegenheit, Versäumtes nachzuholen und so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt beträchtlich zu erhöhen.Bisher haben mehr als 81.000 junge Erwachsene an dem Programm teilgenommen – rund 66.000 über eine geförderte Weiterbildungsmaßnahme und etwa 15.000 über eine reguläre Ausbildung, die nicht mit öffentlichen Mitteln gefördert wird.

Die geförderten Teilnehmer verteilen sich auf vier Maßnahmen:

Einzelmaßnahmen sind betriebliche Umschulungen, die mit einem Berufsabschluss enden. Die Inhalte werden in der Regel in zwei Dritteln der regulären Ausbildungszeit vermittelt. Die Chancen, im Anschluss sozialversicherungspflichtig beschäftigt zu werden, sind bei Einzelmaßnahmen am größten – zum einen wegen des Praxisbezugs und zum anderen, weil sich die Teilnehmer als zukünftige Fachkräfte im Unternehmen beweisen können.

Gruppenmaßnahmen werden von einem Bildungsträger durchgeführt und enden ebenfalls mit einem anerkannten Berufsabschluss. Die Qualifizierung erfolgt auch hier in einer verkürzten Ausbildungszeit.

Das Nachholen der Abschluss­prüfung richtet sich an Teilnehmer mit Vorkenntnissen.

Zertifizierte Teilqualifikationen vermitteln einzelne Module eines anerkannten Ausbildungsberufs. Das hat den Vorteil, dass der Lern- und Zeitaufwand überschaubar ist, aber dennoch ein Zertifikat erworben wird, das auf dem Arbeitsmarkt verwertbar ist. Hat ein Teilnehmer alle Module durchlaufen, kann er als Externer die Abschlussprüfung vor der zuständigen Kammer ablegen.

Die Erfolgsquoten des Spätstarter-Programms sind hoch (Grafik):

Von Anfang 2013 bis Mitte 2015 haben zwischen 73 und 87 Prozent der Teilnehmer nach Sozialgesetzbuch (SGB) III das Programm erfolgreich abgeschlossen.


Dies ist insbesondere bei den Einzel- und Gruppenmaßnahmen erfreulich, da die verkürzte Ausbildungsdauer hohe Ansprüche an die Teilnehmer stellt. Personen, die im Bereich des SGB III gefördert werden – das sind Bezieher von Arbeitslosengeld I und von Arbeitslosigkeit bedrohte Beschäftigte – schneiden etwas besser ab als Personen aus dem Bereich des SGB II, also die Bezieher von Arbeitslosengeld II.

Die Qualifizierungsmaßnahmen zahlen sich aus: Bis zu 80 Prozent der Absolventen, die nach SGB III gefördert wurden, haben eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen. Bei den nach SGB II Geförderten sind die Quoten deutlich geringer – ein Hinweis darauf, dass neben der fehlenden Qualifikation weitere Hemmnisse wie fehlende Berufserfahrung bestehen.

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