Hochschulen: Patentanmeldungen oft in Kooperation
Verglichen mit Unternehmen und anderen Institutionen melden Hochschulen deutlich häufiger Patente in Kooperation mit anderen Forschungspartnern an. Im Bundesländervergleich waren die Hochschulen in Sachsen zuletzt am patentaktivsten.
- Gut 29 Prozent aller zwischen 2018 und 2022 angemeldeten Patente, die mindestens eine Hochschule als Anmelder nennen, entstanden in Kooperation mehrerer Partner.
- Am stärksten auf Zusammenarbeit setzten zuletzt die patentaktiven Hochschulen im Saarland, in Bayern und in Rheinland-Pfalz.
- Generell am innovationsstärksten waren im untersuchten Zeitraum die Unis und Fachhochschulen in Sachsen und Thüringen.
164 – so viele deutsche Universitäten und Fachhochschulen waren im Zeitraum zwischen 2018 und 2022 (neuere Daten sind wegen der langen Offenlegungsfristen nicht verfügbar) an mindestens einer Patentanmeldung beteiligt. Das Wort „beteiligt“ ist hier nicht zufällig gewählt. Denn analysiert man die Gesamtzahl der in diesem Zeitraum registrierten Patente mit mindestens einem Anmelder mit Sitz in Deutschland, zeigt sich:
Gut 29 Prozent aller zwischen 2018 und 2022 angemeldeten Patente, die mindestens eine Hochschule als Anmelder nennen, entstanden in Kooperation mehrerer Partner.
Von allen Patenten ohne Hochschulbeteiligung wurden dagegen nur 5 Prozent von mehreren Anmeldern eingereicht.
Am stärksten auf Zusammenarbeit setzten zuletzt die patentaktiven Hochschulen in einem der kleinsten Bundesländer (Grafik):
Knapp 47 Prozent der von saarländischen Hochschulen zwischen 2018 und 2022 angemeldeten Patente wurden zusammen mit mindestens einem Kooperationspartner eingereicht.
Auch in Bayern und Rheinland-Pfalz lag die Kooperationsquote über 40 Prozent.
Fast ein Drittel aller zwischen 2018 und 2022 angemeldeten Patente, die mindestens eine Hochschule als Anmelder nennen, entstand in Kooperation mehrerer Partner.
Generell am innovationsstärksten waren im untersuchten Zeitraum die Unis und Fachhochschulen in Sachsen und Thüringen – bezogen auf je 1.000 ihrer Studenten kamen die patentaktiven Hochschulen dort auf 5,4 beziehungsweise 4,7 Patentanmeldungen. Beim deutschlandweiten Schlusslicht Berlin waren es nur 1,1 Anmeldungen.
Ein näherer Blick auf die Hochschulpatente unterstreicht ihre Rolle als wichtiges Bindeglied zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Denn an mehr als 53 Prozent aller von 2018 bis 2022 unter Hochschulbeteiligung angemeldeten Patente war mindestens ein Unternehmen beteiligt. Dabei dominieren große deutsche Firmen, die in gut 37 Prozent aller Kooperationsanmeldungen als Partner genannt werden.