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Innovationen Lesezeit 1 Min.

Hightech in der Landwirtschaft

In der Agrartechnik gibt es seit der Jahrtausendwende deutlich mehr Patentanmeldungen. Deutschland ist dabei der Forschungsstandort Nummer eins in der Welt – auch dank hiesiger Betriebsstätten von US-Großkonzernen. Das könnte zum Problem werden.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Landwirtschaft wird technisch immer ausgeklügelter. Inzwischen entfällt jede sechste Patentanmeldung der Landmaschinenhersteller vollständig auf Digitalisierungs- und Elektrotechnik.
  • Deutschland ist in der Agrartechnik Spitzenreiter: Von 2000 bis 2022 brachten land- und forstwirtschaftliche Unternehmen am Forschungsstandort Deutschland 7.171 Patente hervor.
  • Die Kontrollrechte der Erfindungen aus Deutschland liegen aber nicht immer bei heimischen Unternehmen. Das könnte angesichts der derzeitigen handelspolitischen Spannungen zu Problemen führen.
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Selbstfahrende Traktoren, digitalisierte Futtermaschinen, optimierte Aussaat durch Drohnenhilfe – die Landwirtschaft wird technisch immer ausgeklügelter. Inzwischen entfällt jede sechste Patentanmeldung der Landmaschinenhersteller vollständig auf Digitalisierungs- und Elektrotechnik.

Die digitalen Innovationen treiben seit Jahren die Forschung im Agrarsektor in neue Höhen: Die weltweite Patentleistung im Bereich land- und forstwirtschaftlicher Maschinen hat sich seit Beginn des Jahrtausends mehr als verdreifacht. Im Jahr 2022 – das sind aufgrund von Offenlegungsfristen die neuesten verfügbaren Daten – wurden weltweit 1.550 transnationale Patente angemeldet.

Die Bundesrepublik hat im internationalen Vergleich die Spitzenposition inne (Grafik):

Im Zeitraum von 2000 bis 2022 brachten land- und forstwirtschaftliche Unternehmen am Forschungsstandort Deutschland 7.171 Patente hervor. Die USA folgen mit 4.515 auf Platz zwei.

So viele transnationale Patentanmeldungen für land- und forstwirtschaftliche Maschinen mit angestrebter Schutzwirkung auch für Deutschland wurden in der Zeit von 2000 bis 2022 an diesen Forschungsstandorten hervorgebracht Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

In einigen Kerntechniken beträgt der Anteil des Forschungsstandorts Deutschland am Patentweltmarkt sogar 50 Prozent und mehr.

Es gibt allerdings einen Haken: Die Kontrollrechte der Erfindungen aus Deutschland liegen nicht immer auch bei heimischen Unternehmen. Prominentes Beispiel ist der weltweit forschungsstärkste Landmaschinenhersteller Deere & Co. aus den USA. Etwa die Hälfte seiner fast 4.800 Patentanmeldungen im Analysezeitraum sind in deutschen Betriebsstätten entstanden.

Durch die seitens der USA erhobenen Strafzölle auf viele Produkte haben zahlreiche deutsche Landmaschinenhersteller drastische Umsatzeinbußen erlitten.

Zwar profitieren umgekehrt auch die deutschen Hersteller von Innovationen, die aus ihren ausländischen Standorten hervorgehen, allerdings würden die USA bei einer Betrachtung nach Kontrollrechten wohl deutlich dazugewinnen. Angesichts der derzeitigen handelspolitischen Spannungen ist diese Kontrollperspektive zwangsläufig bedeutend.

Apropos Handelspolitik: Durch die seitens der USA erhobenen Strafzölle auf viele Produkte haben zahlreiche deutsche Landmaschinenhersteller drastische Umsatzeinbußen erlitten. Da Gegenmaßnahmen zum US-Vorgehen vielerorts geplant oder bereits umgesetzt sind, wird die Branche weltweit massiv verlieren. Das trifft den Standort Deutschland besonders hart. Trotz seiner großen Attraktivität für ausländische Hersteller und seiner Forschungsstärke könnte die heimische Patentkraft darunter leiden.

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