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Hier trifft sich die Welt

Immer mehr ausländische Unternehmen präsentieren ihre Produkte und Dienstleis­tungen auf deutschen Industrie- und Fachmessen. Insbesondere asiatische und osteuropäische Firmen schätzen die Messen in Deutschland als zentrale Kontaktbörse für Europa.

Kernaussagen in Kürze:
  • Immer mehr ausländische Unternehmen präsentieren ihre Produkte und Dienstleis­tungen auf deutschen Industrie- und Fachmessen.
  • Im Jahr 2012 wurde mit 99.000 ausländischen Ausstellern ein neuer Rekord erreicht.
  • Nach Regionen betrachtet dominieren immer noch Aussteller aus der Europäischen Union das Messegeschehen in Deutschland.
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Wer kennt sie nicht: die Computermesse Cebit in Hannover, die Automobilausstellung IAA in Frankfurt, die Boot in Düsseldorf und die Grüne Woche in Berlin. Alle großen Messen ziehen Jahr für Jahr Hunderttausende an. Allein die IAA kam zuletzt auf fast 900.000 Besucher. Und selbst die lediglich einem Fachpublikum vorbehaltene Weltmesse "Schweissen & Schneiden" in Essen verzeichnete im September rund 55.000 Besucher.

Viele Gäste bleiben oft zwei Tage oder länger vor Ort, Aussteller verbringen manchmal eine ganze Woche in der Messestadt. Damit profitiert die gesamte Region von dem Ereignis, angefangen von Hotels über Gaststätten und Messebauer bis hin zum Taxigewerbe.

Doch nicht nur ökonomisch, sondern ebenso aus taktischen Erwägungen heraus haben die unterschiedlichen Messen ihre Berechtigung. Denn auch im Zeitalter von Web 2.0 und Cloud-Computing ist der persönliche Kontakt zum potenziellen Kunden auf einer Messe durch nichts zu ersetzen.

Deshalb gehen zum Beispiel nicht nur die deutschen Mittelständler mit ihren Produkten und Ideen nach Chicago und Shanghai, sondern es kommen auch immer mehr ausländische Aussteller nach Deutschland. Wie sehr das Messegeschäft hierzulande boomt, zeigt eine Auswertung des Ausstellungs- und Messeverbands AUMA für die 160 internationalen Messen in Deutschland.

Demnach wurde im Jahr 2012 mit 99.000 ausländischen Ausstellern ein neuer Rekord erreicht.

Gegenüber 2011 war das ein Plus von 4,2 Prozent. Insgesamt kamen zuletzt 55 von 100 Ausstellern aus dem Ausland.

Am reisefreudigsten sind inzwischen die chinesischen Unternehmer, für die Deutschland offenbar der zentrale Messeplatz in Europa ist. Im Vergleich zu 2011 stieg die Zahl der beteiligten Firmen um 11 Prozent auf rund 12.300. Hinzu kamen noch einmal fast 1.500 Unternehmen aus Hongkong. Damit haben die Chinesen den EU-Nachbarn Italien vom Spitzenplatz verdrängt (Grafik).

Starke Zuwächse, allerdings von einem niedrigeren Niveau aus, verzeichneten auch die osteuropäischen Länder. Im vergangenen Jahr kamen bereits gut 2.100 Firmen aus Polen und 1.500 Unternehmen aus Tschechien zu den deutschen Messen. Aber auch aus Russland machten sich schon mehr als 1.000 Aussteller auf den Weg nach Deutschland.

Nach Regionen betrachtet dominieren immer noch Aussteller aus der Europäischen Union das Messegeschehen in Deutschland – sie präsentieren sich auf mehr als der Hälfte der ausländischen Stände.

Dies ist ein eindeutiger Beleg dafür, wie wichtig der europäische Binnenmarkt für die Unternehmen in der EU immer noch ist – trotz der vielen jüngsten Krisen.

Die Regionalauswertung zeigt aber ebenfalls, dass sich am Messeplatz Deutschland offenbar auch gut Geschäfte mit den Firmen aus den Schwellenländern Asiens anbahnen lassen. Mit einem Viertel stellen die Asiaten die zweitgrößte Ausstellergruppe.

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