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Hauptstadt im Aufwind

Am 20. September wählen die Berliner ein neues Abgeordnetenhaus. Politisch ist in der Bundeshauptstadt vieles offen, wirtschaftlich entwickelt sie sich stark.

Kernaussagen in Kürze:
  • Am 20. September wählen die Berliner ein neues Abgeordnetenhaus. Am wahrscheinlichsten ist, dass Grüne und SPD entweder mit der CDU oder mit der Linken eine Koalition bilden werden.
  • Ihre Stimmen erhalten die Parteien von rund 2,5 Millionen Wahlberechtigten, zu denen erstmals auch 16- und 17-Jährige zählen.
  • Wirtschaftlich steht die Hauptstadt gut da: In den vergangenen 15 Jahren nahm das Bruttoinlandsprodukt real um 41 Prozent zu, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wuchs um 49 Prozent.
Zur detaillierten Fassung

Nach nur drei Jahren wählen die Berliner am 20. September ein neues Abgeordnetenhaus. Das liegt daran, dass die Wahl 2023 außerplanmäßig stattfand – als Wiederholung des Termins von 2021, bei dem es große organisatorische Pannen gab.

Mit der anstehenden Wahl kehrt Berlin in den regulären Fünfjahresrhythmus zurück. Zuletzt regierte dort ein Bündnis aus CDU und SPD unter der Führung von Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Er tritt allerdings nicht erneut an, stattdessen setzt seine Partei auf den aktuellen Finanzsenator Stefan Evers als Spitzenkandidat. Ob er Wegner beerben kann, ist offen – die CDU liefert sich mit der Linken und der AfD einen Dreikampf um den Wahlsieg, aktuelle Prognosen sehen die Linke dabei knapp vorne.

Die Grünen und die SPD dürften ebenfalls bei der Regierungsbildung mitmischen, zwischen dem ersten und dem fünften Platz liegen in den Umfragen nur 4 bis 7 Prozentpunkte. Da die demokratischen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen, ist es am wahrscheinlichsten, dass Grüne und SPD entweder mit der CDU oder mit der Linken eine Koalition bilden werden.

Ihre Stimmen erhalten die Parteien von rund 2,5 Millionen wahlberechtigten Berlinerinnen und Berlinern, zu denen erstmals auch 16- und 17-Jährige zählen. Diese machen rund drei Viertel der 63.500 Erstwähler in der Hauptstadt aus.

In den vergangenen 15 Jahren nahm das Bruttoinlandsprodukt in Berlin real um 41 Prozent zu, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wuchs um 49 Prozent.

Grundsätzlich dürften die Wähler dabei kaum Grund zur Beschwerde haben – jedenfalls mit Blick auf die reinen Wirtschaftsdaten. Schließlich hat sich die Bundeshauptstadt längst vom Bremsklotz zum Wachstumstreiber gemausert (Grafik):

In den vergangenen 15 Jahren nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Berlin real um 41 Prozent zu, im gesamtdeutschen Schnitt waren es 17 Prozent.

Wirtschaftliche Indikatoren für 2025 im Vergleich zu Deutschland insgesamt Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Drückte Berlin im Jahr 2010 noch als einzige EU-Hauptstadtregion die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung seines Staates nach unten, hat es nun einen positiven Einfluss darauf – mittlerweile liegt das BIP je Einwohner in der Hauptstadt um gut 5.500 Euro über dem von Deutschland. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wuchs seit 2010 zudem um fast die Hälfte und damit doppelt so stark wie im gesamten Bundesdurchschnitt. Im Städteranking der IW Consult zählt Berlin damit seit Jahren zu den Orten in Deutschland, die sich am dynamischsten entwickeln.

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