Demografischer Wandel Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Hammer Unternehmen kümmern sich

Im westfälischen Hamm hilft die städtische Wirtschaftsförderung den Unternehmen dabei, ihre demografisch bedingten Probleme zu lösen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im westfälischen Hamm hilft die städtische Wirtschaftsförderung den Unternehmen dabei, ihre demografisch bedingten Probleme zu lösen.
  • Fast zwei Drittel der Unternehmen gehen davon aus, aufgrund der Demografie künftig höhere Kosten für interne Qualifizierungen zu haben.
  • Fast jeder fünfte Betrieb glaubt, aufgrund von Personalengpässen künftig Aufträge ablehnen zu müssen.
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Vor wenigen Wochen hat die Deutsche Bahn mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) einen Demografie-Tarifvertrag abgeschlossen, der zum zweiten Quartal 2013 in Kraft tritt und eine nachhaltige Personalpolitik voranbringt: Mit einer lebensphasenorientierten Gestaltung von Arbeitszeiten und Qualifizierung werden die wechselnden Bedürfnisse von 150.000 Beschäftigten künftig stärker als bisher berücksichtigt – und zwar vom ers­ten Arbeitstag bis zum Eintritt in die Rente.

Bereits in den vergangenen Jahren haben die Metallindustrie, die Chemiebranche und die Deutsche Post Demografie-Tarifverträge unterzeichnet und umgesetzt.

Doch auch auf regionaler Ebene lässt sich der demografische Wandel angehen, wie ein Beispiel aus Westfalen zeigt: Die Wirtschaftsförderung Hamm, eine 100-prozentige Tochter der Stadt Hamm, unterstützt die örtlichen Betriebe dabei, die demografisch bedingten Probleme zu lösen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine Befragung von 201 Betrieben im September 2012 kam zu dem Ergebnis, dass den Firmen vor allem die Suche nach neuen Mitarbeitern sowie die Sicherung des vorhandenen Personals Sorgen machen (Grafik):

Fast zwei Drittel der Unternehmen gehen davon aus, aufgrund der Demografie künftig höhere Kosten für interne Qualifizierungen zu haben.

Rund ein Drittel sieht darüber hinaus Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachkräften auf sich zukommen, ein Viertel befürchtet Probleme bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen. Fast jeder fünfte Betrieb glaubt sogar, aufgrund von Personalengpässen künftig Aufträge ablehnen zu müssen.

Angesichts dessen sind die Firmen vor allem daran interessiert, ihre Belegschaft bis zum Rentenalter fit und motiviert zu halten. Außerdem hat jedes dritte Unternehmen Unterstützungsbedarf, wenn es darum geht, die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern.

In einem ersten Workshop im November 2012 hat die Wirtschaftsförderung Hamm zusammen mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) versucht, diese Probleme praxisnah zu lösen – und festgestellt, dass viele Unternehmen schon längst lebenszyklusorientierte Maßnahmen ergriffen haben: Sie bieten etwa Betriebskindergärten mit flexiblen Öffnungszeiten oder eine betriebliche Altersversorgung an.

Auch beim Gesundheitsmanagement sind einige Betriebe in Hamm gut aufgestellt – zum Angebot gehören Massagen am Arbeitsplatz oder Gesundheitstage. Andere innovative Maßnahmen werden ebenfalls schon praktiziert: So hat ein Bauunternehmen einen Sportlehrer engagiert, der regelmäßig mit den Angestellten auf der Baustelle Übungsprogramme absolviert – etwa zur Vorbeugung gegen Rückenbeschwerden.

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