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Gutes tun

In Deutschland engagieren sich viele Firmen für das Gemeinwohl – sie spenden, stellen Mitarbeiter für soziale Projekte frei und rufen Stiftungen ins Leben. In der Summe kommen so stattliche Milliardenbeträge zusammen.

Kernaussagen in Kürze:
  • In Deutschland engagieren sich viele Firmen für das Gemeinwohl.
  • Die Hälfte der deutschen Unternehmen stellt ihre Mitarbeiter phasenweise für Ehrenämter frei.
  • Das Gesamtvermögen aller Stiftungen in Deutschland beträgt derzeit rund 100 Milliarden Euro.
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Im Fachjargon „spenden“ Unternehmen nicht einfach, sie betreiben Corporate Giving, Corporate Volunteering oder Corporate Support:

  • Im Bereich des Corporate Giving ist die klassische Geldspende am beliebtesten. Acht von zehn Unternehmen geben Geld für wohltätige Zwecke. Doch auch mit Sachmitteln und Hilfeleistungen geizen sie nicht. Mehr als die Hälfte der Firmen spendet Waren oder bietet Dienstleis­tungen an und 40 Prozent stellen Geräte, Maschinen oder die gesamte Betriebseinrichtung gemeinnützigen Initiativen zur Verfügung.

Dabei werden 90 Prozent der Spenden regional eingesetzt; die Bereiche Sport und Freizeit sind besonders häufig Ziel des Corporate Giving. Denn von den regionalen Aktivitäten wie dem Sponsoring der Fußballtrikots oder eines Volkslaufs haben nicht nur die Vereine und Teilnehmer etwas. Das Unternehmen wird in der Region bekannt und verbessert seine Reputation. Für Gesellschaft und Unternehmen entsteht so eine Win-win-Situation.

  • Unternehmen spenden darüber hinaus auch die Zeit ihrer Mitarbeiter – genannt Corporate Volunteering. Dabei werden Arbeitnehmer bei vollem Lohn freigestellt, wenn sie sich zum Beispiel stundenweise in der Flüchtlingshilfe engagieren.

Die Hälfte der deutschen Unternehmen stellt ihre Mitarbeiter phasenweise für Ehrenämter frei.

Oft entsteht dadurch sogar eine Triple-win-Situation. Denn eine ehrenamtliche Tätigkeit, die der Gesellschaft zugutekommt, wirkt sich oft auch positiv auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter aus. Davon profitiert wiederum der Arbeitgeber.

Der finanzielle Umfang des bürgerschaftlichen Engagements von Unternehmen wird auf etwa 12 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt – die Aufwendungen für Stiftungen sind darin nicht einmal enthalten. Geldspenden machen mit 8,5 Milliarden Euro den größten Batzen aus. Der Wert der jährlich gespendeten Sachgüter wird auf 1,5 Milliarden Euro beziffert. Die Freistellung von Mitarbeitern kostet die Firmen 22 Millionen Euro.

  • Von Corporate Support spricht man, wenn Unternehmen mit Wohltätigkeitsorganisationen, Bürgerinitiativen, Freiwilligenorganisationen oder Vereinen kooperieren. Mit den beiden Letztgenannten arbeiten Unternehmen am häufigsten zusammen. Die Kooperation mit Stiftungen oder die Gründung einer eigenen Stiftung ist ebenfalls eine durchaus gängige und zunehmende Form des gesellschaftlichen Engagements – sie gehört ebenfalls zum Corporate Support (Grafik).

Zwischen 2001 und 2014 hat sich die Zahl der privaten Stiftungen auf 21.000 fast verdoppelt. Darunter sind viele kleine Stiftungen, die gemeinnützige Zwecke verfolgen.

Das Gesamtvermögen aller Stiftungen in Deutschland beträgt derzeit rund 100 Milliarden Euro. Ihre jährlichen Ausgaben summieren sich auf 17 Milliarden Euro.

Auch wenn sich bei den Engagements der Unternehmen oft Win-win-Situationen ergeben, so agiert die Mehrzahl der Firmen doch aus altruistischen Motiven heraus. Rund 60 Prozent möchten laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung mit ihrem Engagement einfach nur „etwas Gutes tun“.

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