IW-Bildungsmonitor 2013 Lesezeit 3 Min. Lesezeit 1 Min.

Gute Zeugnisse für alle

Von der frühkindlichen Förderung über die Promotion und Habilitation bis zur Weiterbildung für Berufstätige: Die Bildungschancen in den 16 Bundesländern sind erneut gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt der Bildungsmonitor, den das Institut der deutschen Wirtschaft Köln zum zehnten Mal für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt hat.

Kernaussagen in Kürze:
  • Von der frühkindlichen Förderung bis zur Weiterbildung für Berufstätige: Die Bildungschancen in den 16 Bundesländern sind erneut gestiegen.
  • Den ersten Platz im Bildungsmonitor 2013 belegt Sachsen – gefolgt von Thüringen und Bayern.
  • Insgesamt haben die Fortschritte im deutschen Bildungswesen von 2000 bis 2011 zu einem Wertschöpfungseffekt von 18 Milliarden Euro beigetragen.
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Mehr Ganztagsschulen, höher qualifizierte Erzieher, steigende Absolventenzahlen: Die Bildungssys­teme in den 16 Bundesländern haben sich weiter verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt der Bildungsmonitor 2013 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), der die Qualität der Ausbildung auf der Basis von 93 Einzelindikatoren in zwölf relevanten Handlungsfeldern bewertet. Punktsieger über alle Bildungsaspekte hinweg wurde dasselbe ostdeutsche Bundesland wie im Vorjahr (Grafik):

Den ersten Platz im Bildungsmonitor 2013 belegt Sachsen – gefolgt von Thüringen und Bayern.

Bayern und Sachsen haben sich darüber hinaus – ebenso wie Hamburg – gegenüber dem Vorjahr besonders stark verbessert.

Dabei zeichnet sich jedes Bundesland durch individuelle Stärken aus, wie ein Blick auf die zwölf Handlungsfelder des Bildungsvergleichs zeigt (Grafik):

  1. Bei der Ausgabenpriorisierung schneidet Thüringen am besten ab, weil das Bundesland einerseits relativ sparsam ist, was die öffentlichen Ausgaben pro Einwohner insgesamt betrifft, andererseits aber großzügig ist bei den Ausgaben für Schüler an Grund- und Sekundarschulen sowie an beruflichen Schulen.
  1. Die Inputeffizienz ist in Bayern auch deshalb so gut, weil dort die Lehrerschaft eine relativ ausgewogene Altersstruktur aufweist.
  1. Die Schüler-Lehrer-Relationen sowie die Klassengrößen sind in Thüringen ausgesprochen günstig. Dort kommen in der Grundschule auf einen Lehrer durchschnittlich 14,5 Kinder, in den allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufe I sind es – mit Ausnahme der Gymnasien – sogar nur zehn Schüler pro Lehrkraft.
  1. Mit einem breiten Ganztagsangebot weist Sachsen besonders gute Bedingungen für eine frühe Förderung des Nachwuchses auf. Dort besuchen fast 78 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen einen Ganztagskindergarten, doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt.
  1. Beim Thema Internationalisierung steht Baden-Württemberg an der Spitze – auch weil die dortigen Schüler überdurchschnittlich gut Englisch können.
  1. Besonders zeiteffizient ist das Bildungssystem in Schleswig-Holstein, wo fast kein einziges Kind verspätet eingeschult wird und auch nur wenige Schüler sitzenbleiben.
  1. Die Schulqualität ist in Sachsen am besten. Die sächsischen Neuntklässler haben zum Beispiel bundesweit die höchsten Kompetenzen in Mathematik und den Naturwissenschaften.
  1. Auch bei der Vermeidung von Bildungsarmut ist Sachsen Vorbild. Nur relativ wenige Schüler in diesem Bundesland schaffen es nicht, die Mindeststandards im Lesen und Rechnen sowie in den Naturwissenschaften zu erreichen.
  1. Die Integration gelingt in Rheinland-Pfalz am besten, wo relativ viele ausländische Jugendliche an beruflichen Schulen eine Studienberechtigung erlangen. Auch die soziale Herkunft der Kinder wirkt sich dort weniger stark auf die Schulergebnisse aus als anderswo.
  1. Bei der beruflichen Bildung liegt Bayern vorn: Im Freistaat gibt es überdurchschnittlich viele Ausbildungsstellen, hohe Erfolgsquoten bei den Abschlussprüfungen und ein großes Interesse an Erwachsenenfortbildungen.
  1. Die Akademisierung ist in Bremen besonders weit vorangeschritten: 2011 lebten in der Hansestadt 74.000 Akademiker im erwerbsfähigen Alter, im selben Jahr erlangten dort knapp 5.700 Studenten einen Hochschulabschluss.
  1. In der Forschung prescht Berlin vor. Die Hochschulen der Hauptstadt weisen hohe Habilitations- und Promotionsquoten auf, die Promotionsquote ist sogar bundesweit spitze. Außerdem sind die Professoren in Berlin bei der Einwerbung von Drittmitteln überdurchschnittlich erfolgreich.

Dass sich Investitionen in das Bildungssystem lohnen, zeigen Modellrechnungen, die die Wachstums­impulse von bildungspolitischen Veränderungen messen. Insgesamt, so die Schätzung, haben die Fortschritte im deutschen Bildungswesen und die dadurch verbesserte Fachkräftesicherung von 2000 bis 2011 zu einem Wertschöpfungseffekt von 18 Milliarden Euro beigetragen, wobei das Gros dieser Summe dem Anstieg der Hochschulabsolventenzahl zu verdanken ist (14,7 Milliarden Euro). Der Rest, also Wertschöpfung in Höhe von 3,3 Milliarden Euro, ist auf die Reduzierung der Bildungsarmut zurückzuführen.

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