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Gut Freund, gut Job

Wer eine neue Arbeitsstelle sucht, schlägt heutzutage eher selten die Zeitung auf, sondern durchkämmt immer öfter das Internet nach Anzeigen. Und fragt vor allem Freunde und Bekannte.

Kernaussagen in Kürze:
  • Wer eine neue Arbeitsstelle sucht, schlägt heutzutage eher selten die Zeitung auf, sondern durchkämmt immer öfter das Internet nach Anzeigen - und fragt vor allem Freunde und Bekannte.
  • Das Internet wird immer mehr zum digitalen Marktplatz für Jobsuchende und Unternehmen.
  • Ganze 30 Prozent aller Jobsuchenden – unabhängig von Alter und Qualifikation – fanden ihre neue Stelle durch einen Hinweis von Freunden oder Bekannten.
Zur detaillierten Fassung

Rund 15 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland haben ihren derzeitigen Job durch eine Online-Stellenanzeige gefunden. Das ergab eine Befragung im Rahmen des sozio-oekonomischen Panels (SOEP) im Jahr 2012. Der Anteil der vermittelten Jobs, die auf Internetanzeigen zurückgehen, hat sich damit seit dem Jahr 2004 mehr als verdoppelt (Grafik). Für viele Unternehmen gehören nicht zuletzt aufgrund dieser Entwicklung Stellenanzeigen auf Jobbörsen oder auf ihrer eigenen Karrierewebsite mittlerweile zur festen Rekrutierungsstrategie.

Lediglich 8 Prozent aller Arbeitnehmer fanden zuletzt ihre neue Stelle über ein Printmedium. Die private Job-Vermittlung durch Personalserviceagenturen spielt mit weniger als 2 Prozent eine untergeordnete Rolle. Zwischenfazit:

Das Internet wird immer mehr zum digitalen Marktplatz für Jobsuchende und Unternehmen.

Je nach Alter und Qualifikation unterscheidet sich das Suchverhalten allerdings erheblich. Gerade 25- bis 35-jährige Berufseinsteiger sind besonders online-affin – von ihnen haben fast 19 Prozent so ihre neue Wirkungsstätte gefunden.

Die „Silver Ager“ – Arbeitnehmer mit großer Berufserfahrung – mögen es dagegen eher traditionell: In der Altersgruppe der 45- bis 65-Jährigen beträgt der Anteil der Onliner nur gut 8 Prozent – der Anteil derjenigen, die über Zeitungsanzeigen fündig wurden, aber knapp 16 Prozent.

Auch der Bildungsgrad beeinflusst die Art der Jobsuche. Bei Personen mit beruflicher Qualifizierung haben fast 13 Prozent ihre Stelle im Internet gefunden und 11 Prozent in der Zeitung. Ganz anders die Hochschulabsolventen: Bei den Akademikern spielen Printmedien kaum eine Rolle (3 Prozent), sie setzen voll auf das Internet (22 Prozent).

Wer sich beruflich verändern möchte, verlässt sich indes nicht nur auf Stellenanzeigen. Viel wichtiger ist für die meisten das persönliche Umfeld:

Ganze 30 Prozent aller Jobsuchenden – unabhängig von Alter und Qualifikation – fanden ihre neue Stelle durch einen Hinweis von Freunden oder Bekannten.

Dies ist auch eine Chance für Unternehmen. Wenn Arbeitsuchende in so hohem Maße auf das Urteil und die Bewertung von Freunden vertrauen, macht es sich für die Firmen bezahlt, wenn die eigenen Mitarbeiter ihren Arbeitgeber im besten Licht dastehen lassen. Ein Grund mehr, warum Betriebe verstärkt in Mitarbeiterbindung und gute Arbeitsbedingungen investieren sollten. Letztlich lohnt sich für Unternehmen eine breit gefächerte Rekrutierungsstrategie.

Eine Anleitung, wie Firmen auf verschiedenen Wegen Mitarbeiter gewinnen können, gibt es auf der Website des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung unter: www.fachkraeftesichern.de

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