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Grüne Weihnachten

Ein prächtig geschmückter Tannenbaum, darunter ein präsentabler Geschenkeberg und auf dem Esstisch eine pralle Weihnachtsgans – so ähnlich dürften die meisten Bundesbürger Heiligabend zelebrieren. Klingt nach ökologischem Raubbau, muss es aber nicht sein.

Kernaussagen in Kürze:
  • Weihnachtsbräuche nachhaltiger pflegen – das geht zum Beispiel durch die Verwendung von LED-Lichterketten, die bis zu 90 Prozent weniger Strom verbrauchen.
  • Die Süßwarenindustrie setzt zunehmend auf Kakao aus fairem Handel.
  • Die Weihnachtsgans gibt es auch bio und selbst Tannenbäume lassen sich aus regionalem ökologischen Anbau erwerben.
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Traditionen wollen gepflegt werden – denn sie vermitteln Kontinuität und Vertrautheit. Viele klassische Bräuche der Adventszeit sind allerdings alles andere als nachhaltig und umweltfreundlich. Dabei lässt sich der ökologische Fußabdruck verhältnismäßig einfach reduzieren.

„Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“

In diesem Advent erstrahlen in deutschen Wohnungen und Häusern zusätzlich 17 Milliarden Lämpchen, was 660 Millionen Kilowattstunden Strom und damit fast 200 Millionen Euro kostet (Grafik). Diese Weihnachtsillumination würde den Strombedarf einer Stadt mit 220.000 Haushalten decken – und zwar ein Jahr lang.

Rund 70 Prozent der Nutzer von Lichterketten haben LEDs im Einsatz.

Rein statistisch hat jeder Haushalt in Deutschland im Advent zusätzlich fünf Beleuchtungsmittel wie Lichterketten, Fensterbilder oder Leuchtfiguren in Betrieb, wobei jede einzelne Lichterkette zwischen 20 und 200 Lämpchen aufweist. Die meisten Verbraucher – rund 70 Prozent – verwenden für die Weihnachtsbeleuchtung bereits LED-Technik, die bis zu 90 Prozent weniger Strom verbraucht und außerdem besonders langlebig ist. Stromsparend sind auch Smart LEDs, deren Helligkeit über eine Smartphone-App gesteuert werden kann. Und selbst mit herkömmlichen Weihnachts-Leuchtmitteln, die immerhin noch in 19 Prozent der Haushalte ausschließlich oder überwiegend zum Einsatz kommen, lässt sich Energie sparen – wenn sie nicht im Dauerbetrieb brennen, sondern per Zeitschaltuhr an- und ausgeschaltet werden. Zusätzliche Beleuchtung, Stromverbrauch und Energiekosten in der Adventszeit

„In der Weihnachtsbäckerei“

Lebkuchen, Spekulatius und Printen zählen zu den beliebtesten Süßigkeiten während des Advents – jeder Deutsche isst rund ein Kilo Weihnachtsgebäck im Jahr. Nachhaltiger wird dieser Schmaus, wenn die Naschereien aus fairem und ressourcenschonendem Handel stammen und/oder aus biologischen Zutaten hergestellt sind. So gibt es beispielsweise Nikoläuse mit Fairtrade-Siegel, das den Kakaobauern ein Mindesteinkommen garantiert. Laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie wurden für die im Jahr 2016 hierzulande verkauften Süßwaren bereits zu 45 Prozent nachhaltig erzeugter Kakao verwendet.

„Alle Jahre wieder“

Weihnachtszeit ist Fleischzeit: Im Dezember 2016 wurden in Deutschland allein 7.700 Tonnen Gänsefleisch verkauft. Ab dem Herbst steigt die Zahl der Kälber- und Gänseschlachtungen. Im Oktober, November und Dezember finden mehr als drei Viertel aller Gänse, die jährlich geschlachtet werden, ihr Ende.

Wer sich bei Gans und Gulasch an Weihnachten noch besser fühlen möchte, kann Biofleisch kaufen. Damit unterstützt man nicht nur die artgerechte Tierhaltung und schützt die Umwelt, sondern reduziert auch das eigene Gesundheitsrisiko aufgrund des geringen Antibiotikagehalts in Biofleisch.

„All I want for Christmas is you“

Geschenke bekommen und übergeben zählt laut einer deutschlandweiten Umfrage zu den freudigsten Weihnachtserlebnissen. Da das Glücksempfinden bei gemeinsam verbrachter Zeit höher ist und länger anhält als bei materiellen Geschenken, bieten sich als nachhaltige Geschenkideen Theaterkarten oder Essenseinladungen an.

„O Tannenbaum“

Jahr für Jahr werden etwa 25 Millionen Weihnachtsbäume in deutschen Wohnzimmern aufgestellt. Zwar kommen 90 Prozent aller Tannen aus deutschem Anbau, doch 2,3 Millionen Weihnachtsbäume werden importiert und verursachen je nach Transportstrecke hohe CO2-Emissionen. Nachhaltiger ist es, einen Baum aus regionalem ökologischen Anbau zu erwerben.

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