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Goldgrube Internet

Gewusst wie, lässt sich mit dem Internet richtig Geld verdienen. Vor allem junge Unternehmensgründer strömen mit immer neuen Geschäftsmodellen ins Web.

Kernaussagen in Kürze:
  • In den nächsten fünf Jahren wird das Internet in den EU-Ländern ein Zwanzigstel zum Wirtschaftswachstum beitragen.
  • Statt ein Jahr ohne Internet auskommen zu müssen, würden in Deutschland 77 Prozent der Nutzer eher auf Alkohol verzichten, in Südkorea 41 Prozent eher auf Sex und in China 37 Prozent aufs Duschen.
  • Durch seine Online-Werbung und weitere Tools unterstützt Google unterschiedliche Geschäftsmodelle – das ist vor allem für Neuunternehmer interessant.
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In den nächsten fünf Jahren wird das Internet in den EU-Ländern ein Zwanzigstel zum Wirtschaftswachstum beitragen. Laut der Boston Consulting Group (BCG) soll die jährliche Wachstumsrate in den sich entwickelnden Märkten der G-20­Staaten, zum Beispiel in der Türkei, in Indonesien oder in China, sogar bei durchschnittlich 18 Prozent liegen. Grund für diese Entwicklung ist u.a. die schnell steigende Zahl der Internetnutzer weltweit: Bis zum Jahr 2016 werden circa 3 Milliarden Menschen das Internet nutzen, 2010 waren es erst 1,9 Milliarden.

Wie viel das Internet den Menschen inzwischen bedeutet, zeigt eine eher kuriose Umfrage der Unternehmensberatung Boston Consulting. Die Berater fragten die Menschen in verschiedenen Ländern, was ihnen wichtiger ist – alltägliche Dinge oder das Internet (Grafik):

Statt ein Jahr ohne Internet auskommen zu müssen, würden in Deutschland 77 Prozent der Nutzer eher auf Alkohol verzichten, in Südkorea 41 Prozent eher auf Sex und in China 37 Prozent aufs Duschen.

Ob private Konsumausgaben, staatliche oder unternehmerische Investitionen – die Umsätze rund ums Internet werden auch künftig steigen. So erwartet Boston Consulting für Deutschland bis 2016 ein Plus von fast 60 Prozent, für die Türkei eine Steigerung von 160 Prozent, für Russland sogar 180 Prozent.

Weil mit dem Internet viel Geld verdient werden kann, lockt es auch immer mehr Unternehmensgründer an. Dazu gehört zum Beispiel der Kölner Internet-Designer und Gamer Gronkh. Er hat einen eigenen Kanal auf YouTube, wo ihm inzwischen fast eine halbe Million Abonnenten dabei zuschauen, wie er Video­spiele spielt und kommentiert.

Die Plattform YouTube, auf der Nutzer ihre selbst produzierten Videos präsentieren können, wird von Google betrieben. Die Nutzung ist für Videomacher und -konsumenten kostenlos. Das Unternehmen beteiligt allerdings erfolgreiche YouTuber an den Einnahmen durch Online-Werbung, die eingeblendet wird, wenn sich beispielsweise ein Nutzer ein Video anschaut. Das lohnt sich: Laut Google werden täglich 4 Milliarden Videos abgerufen.

Durch seine Online-Werbung und weitere Tools unterstützt Google unterschiedliche Geschäftsmodelle – das ist vor allem für Neuunternehmer interessant.

Insgesamt entstanden seit 2007 rund 28.000 Unternehmen, die über verschiedene Google-Werbetools Geld verdienen. Sie beschäftigen fast 100.000 Menschen; der Gesamtumsatz der jungen Google-Gründer lag 2010 bei 8,6 Milliarden Euro.

Die jungen Google-Gründer haben im Vergleich mit allen nach 2006 gegründeten Unternehmen in Deutschland häufiger eigene Forschungsabteilungen, beschäftigen nach kürzester Zeit mehr Mitarbeiter und erzielen höhere Umsätze.

Doch es geht auch ohne YouTube – das zeigt zum Beispiel der Online-Musiksender tape.tv, der sich unabhängig von Google im Netz etabliert hat. Tape.tv bietet seinen Nutzern personalisiertes Musikfernsehen rund um die Uhr.

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