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Goethe begeistert global

Deutsche Schulen im Ausland sind alles andere als Eliteschulen für Diplomatenkinder. Denn drei Viertel der Schüler sind gar keine Deutschen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Deutsche Schulen im Ausland sind alles andere als Eliteschulen für Diplomatenkinder.
  • Von 2007 bis 2010 wurden im Ausland 23 neue deutsche Schulen gegründet.
  • An den insgesamt 140 Auslandsschulen in 71 Ländern werden derzeit rund 79.000 Schüler unterrichtet – davon haben mehr als 58.000 keinen deutschen Pass.
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Dass Goethe und die deutsche Grammatik im Ausland derzeit besonders hoch im Kurs stehen, liegt wohl auch an der Eurokrise. In der Hoffnung, in Deutschland einen Job zu finden, treibt es vor allem junge Leute aus Spanien und anderen Krisenländern in die Deutschkurse oder direkt auf eine deutsche Auslandsschule (Grafik):

Von 2007 bis 2010 wurden im Ausland 23 neue deutsche Schulen gegründet. An den insgesamt 140 Auslandsschulen in 71 Ländern werden derzeit rund 79.000 Schüler unterrichtet – davon haben mehr als 58.000 keinen deutschen Pass.

Deutschunterricht im Ausland gibt es auch an ganz normalen Schulen. Im Jahr 2011 zählte die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen 312.000 Deutschlerner an DSD-Schulen. Das sind ausländische Schulen, an denen das Deutsche Sprachdiplom (DSD) erworben werden kann. Fast 18.400 Männer und Frauen bestanden im vergangenen Jahr die Prüfung, im Jahr 2005 waren es noch 5.000 weniger.

Angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland (vgl. Seite 3) wäre es wünschenswert, wenn möglichst viele Absolventen der deutschen Auslandsschulen und der Sprachdiplomschulen in die Bundesrepublik kämen, um hier ihre Ausbildung fortzusetzen. Tatsächlich möchte durchschnittlich jeder vierte Schüler einer Auslandsschule später in Deutschland studieren oder eine Ausbildung beginnen. Von den DSD-Absolventen gibt ebenfalls rund jeder Vierte an, in Deutschland studieren zu wollen; ein weiteres Drittel plant, wenigstens einen Teil des Studiums in der Bundesrepublik zu absolvieren.

Organisatorische und finanzielle Unterstützung leistet dabei der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), der seit 2001 im Rahmen des Stipendienprogramms „Deutsche Auslandsschulen“ besonders guten Absolventen ein Vollstudium in Deutschland finanziert. Mittlerweile beträgt der Kreis der Geförderten 580 junge Leute – fast zwei Drittel der Stipendiaten sind weiblich. Der Großteil schrieb sich in den Ingenieur-, Natur-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften oder Medizin ein.

Um begabten deutschsprachigen Nachwuchs buhlen die Hochschulen aber auch direkt: Die neun führenden Technischen Universitäten in Deutschland, die TU9, kooperieren mittlerweile mit 83 Auslandsschulen und elf ausländischen Schulen mit erweitertem Deutschunterricht, um zusätzliche Studienanfänger für mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer zu gewinnen.

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