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Globalisierter Rasen

Internationale Turniere wie die nahende Europameisterschaft (EM) können für Fußballer zu einem Karrieresprungbrett werden. Und auch die Vereine profitieren, kassieren sie doch oft stattliche Ablösezahlungen durch Vereinswechsel ihrer EM-Kicker. In diesem Jahr könnte die Erste Bundesliga absahnen – sie stellt immerhin 48 Spieler in den verschiedenen Nationalmannschaften.

Kernaussagen in Kürze:
  • Internationale Turniere wie die nahende Europameisterschaft (EM) können für Fußballer zu einem Karrieresprungbrett werden.
  • Etwa die Hälfte aller EM-Spieler kickt nicht in der jeweiligen Heimat, sondern in einer ausländischen Liga.
  • Von den Spielern der englischen Nationalmannschaft spielen alle in der heimischen Liga.
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20 Prozent mehr als früher – das mussten laut transfermarkt.de Fußballvereine im Schnitt zahlen, wenn sie nach der Weltmeisterschaft 2010 einen deutschen Nationalspieler abwerben wollten. Deutschlands Mittelfeld-Ass Mesut Özil war damals der Star: Er wechselte für rund 18 Millionen Euro von Werder Bremen zum spanischen Spitzenklub Real Madrid. Gerade mal 18 Monate zuvor war er noch für einen Bruchteil dieser Summe an die Weser gewechselt.

Auch bei der kommenden Europameisterschaft könnte die Bundesliga wieder kassieren, stellt sie doch insgesamt 48 Spieler in unterschiedlichen Nationalkadern (Grafik). Anders ausgedrückt: Neben den 19 deutschen Nationalspielern standen in der abgelaufenen Saison 29 Spieler ausländischer EM-Teams bei deutschen Vereinen unter Vertrag.

Die Zeiten, in denen die Nationalspieler eines Landes nur bei Vereinen der heimischen Liga verpflichtet waren, sind vorbei. Die Globalisierung ist auf dem Rasen angekommen:

Etwa die Hälfte aller EM-Spieler kickt nicht in der jeweiligen Heimat, sondern in einer ausländischen Liga.

Hierbei gibt es auch beide Extreme: Von den Spielern der englischen Nationalmannschaft spielen alle in der heimischen Liga, von denen der irischen Nationalmannschaft kein einziger.

Auch sportlich geht Deutschland als ein Favorit ins Turnier. Das zeigt sich anhand der Stärke jener Vereine, für die deutsche Spieler in der abgelaufenen Saison aktiv waren. Der sogenannte UEFA-Klub-Koeffizient, der die sportlichen Erfolge widerspiegelt, liegt für die Deutschen nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln bei 20,9 Punkten – nur die Klubs des amtierenden Welt- und Europameisters Spanien sind mit 27,5 Punkten besser. Schlusslicht sind die oft bei mittelklassigen englischen Mannschaften kickenden Iren mit einem UEFA-Klub-Koeffizienten von 2,5.

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