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Globales Europa

Die EU fördert nicht nur Landwirte und schwache Regionen in Europa. Sie engagiert sich auch weltweit mit vielen Projekten.

Kernaussagen in Kürze: Zur detaillierten Fassung

Die damit verbundenen finanziellen Unterstützungen für Länder außerhalb der Europäischen Union stehen im EU-Haushalt in der Rubrik „Globales Europa“. In der aktuellen Finanzierungsperiode von 2014 bis 2020 sind insgesamt 66 Milliarden Euro dafür vorgesehen. Das entspricht rund 6 Prozent des EU-Finanzrahmens von 1.083 Milliarden Euro. Die globalen Geldspritzen verteilen sich auf unterschiedliche Instrumente (Grafik):

  1. Entwicklungszusammenarbeit. Der größte Batzen, nahezu 20 Milliarden Euro, ist für die Entwicklungshilfe vorgesehen. Sie umfasst die Zusammenarbeit mit Ländern Lateinamerikas, der Golfregion, Zentral-, Ost- und Südostasiens sowie mit Südafrika. Dabei geht es vor allem darum, die im Jahr 2001 von der UNO formulierten Millenniums­ziele zu erreichen – dazu gehört die Bekämpfung der Armut.
  2. Nachbarschaftspolitik. Besondere Beziehungen unterhält die Europäische Union mit sechs östlichen und zehn südlichen Nachbarstaaten, ​
denen sie keine Beitrittsperspektive bietet. Gut 15 Milliarden Euro werden dafür eingesetzt, die politische Koordination mit diesen Staaten und die wirtschaftliche Integration zu fördern.
  3. Heranführungshilfe. Mit knapp 12 Milliarden Euro soll die Vorbereitung von Ländern auf die spätere EU-Mitgliedschaft unterstützt werden. Dazu zählen Montenegro, Mazedonien, Serbien und die Türkei. Eine Beitrittsperspektive hat die EU auch Albanien, Bosnien und Herzegowina sowie dem Kosovo eingeräumt. Die EU unterstützt politische Reformen sowie die wirtschaftliche und soziale Entwicklung.
  4. Humanitäre Hilfe. Mit diesem Instrument hilft die EU Opfern von Naturkatastrophen oder bewaffneten Konflikten – etwa mit Medikamenten, Nahrungsmitteln und durch die Entsendung von Ärzten.
  5. Stabilitätsinstrument. Damit geht die EU gegen weltweite Sicherheitsbedrohungen vor, insbesondere gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und das organisierte Verbrechen. Außerdem werden Konfliktlösungen finanziert – zum Beispiel sind für 2014 knapp 500.000 Euro für ein Pilotprojekt gegen Schiffspiraterie angesetzt.

Außerhalb des EU-Haushalts gibt es zudem noch den Europäischen Entwicklungsfonds (EEF). Dieser fördert von 2014 bis 2020 mit gut 30 Milliarden Euro die Zusammenarbeit mit den sogenannten AKP-Staaten, das sind fast 80 Länder in Afrika, der Karibik und im pazifischen Raum, mit denen die EU über das Partnerschaftsabkommen von Cotonou verbunden ist. Der EEF finanziert sich aus Beiträgen der EU-Mitgliedsstaaten, wobei die besonderen historischen Beziehungen zu einzelnen EU-Ländern berücksichtigt werden.

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