Der Informationsdienst
des Instituts der deutschen Wirtschaft

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Wirtschaftsleistung Lesezeit 1 Min.

Globale Krisen fügen der deutschen Wirtschaft schwere Verluste zu

Die Krisen der vergangenen Jahre haben die deutsche Wirtschaft heftig gebeutelt. Das IW hat nun die tatsächliche Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts seit 2020 einem fiktiven Szenario ohne Krisen gegenübergestellt – und schätzt die Einbußen bei der Wirtschaftsleistung auf annähernd 1 Billion Euro.

Kernaussagen in Kürze:
  • Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist in den Jahren 2020 bis 2025 um schätzungsweise 940 Milliarden Euro niedriger ausgefallen, als es ohne die Einflüsse der großen Krisen zu erwarten gewesen wäre.
  • Je Erwerbstätigen gerechnet, entspricht dies einem Wertschöpfungsverlust von deutlich mehr als 20.000 Euro.
  • Weil sich die Folgen der Pandemie, des Ukraine-Kriegs und der von der US-Regierung angezettelten Handelskonflikte überlagerten, waren die Krisenkosten für die deutsche Wirtschaft 2025 nochmals höher als in den Jahren zuvor.
Zur detaillierten Fassung

Pandemie, Ukraine-Krieg, Donald Trumps handelspolitischer Konfrontationskurs – seit 2020 reiht sich eine global bedeutsame Krise an die andere. Die wirtschaftlichen Folgen all dieser Ereignisse dürften wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Konjunktur in Deutschland seit 2020 weitestgehend auf der Stelle tritt.

Das IW schätzt die Einbußen, die die deutsche Wirtschaft durch die Krisen der vergangenen Jahre erleiden musste, auf 940 Milliarden Euro.

Doch wie groß war und ist der Einfluss der Krisen auf die hiesige Wirtschaftsleistung tatsächlich? Dies hat das Institut der deutschen Wirtschaft einmal mehr zu schätzen versucht. Das Konzept dahinter: Die IW-Forscher haben ein fiktives Szenario für einen Konjunkturverlauf ohne die jüngsten Krisen berechnet und dabei unter anderem langjährige Konjunkturtrends berücksichtigt. Diesem Szenario stellten sie dann die tatsächliche Wirtschaftsentwicklung gegenüber. Das Ergebnis ist erschreckend (Grafik):

Insgesamt ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den Jahren 2020 bis 2025 um schätzungsweise 940 Milliarden Euro niedriger ausgefallen, als es ohne die großen Kriseneinflüsse zu erwarten gewesen wäre.

Um so viele Milliarden Euro fiel das reale Bruttoinlandsprodukt durch die Folgen der Pandemie und der geopolitischen Verwerfungen niedriger aus als in einem Szenario ohne diese Krisen Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Je Erwerbstätigen gerechnet, entspricht dies einem Wertschöpfungsverlust von deutlich mehr als 20.000 Euro.

Schaut man auf die einzelnen Jahre, sticht zunächst 2020 heraus, als die Pandemie das Wirtschaftsleben binnen kürzester Zeit nahezu lahmlegte – entsprechend waren die Einbußen beim BIP im zweiten Quartal 2020 mit ungefähr 100 Milliarden Euro die größten aller Quartale im Betrachtungszeitraum.

Kriseneffekte überlagern sich

Auch in den Jahren danach waren die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie noch spürbar, sie wurden jedoch zunehmend von den Effekten des russischen Angriffs auf die Ukraine und seit Ende 2024 auch von den seitens der US-Regierung angezettelten Handelskonflikten überlagert. Folglich waren die Krisenkosten für die deutsche Wirtschaft 2025 mit geschätzten 235 Milliarden Euro nochmals höher als in den Jahren zuvor.

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