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Gewerbesteuer? Ja, aber...

Eine Studie der IW Consult zeigt, dass es bei den Unternehmen große Unterschiede in der Akzeptanz der Gewerbesteuer gibt. Ausschlag­gebend ist deren Höhe – aber bei weitem nicht nur.

Kernaussagen in Kürze:
  • Es existieren große Unterschiede in der regionalen Akzeptanz der Gewerbesteuer - nicht ausschließlich wegen der Höhe.
  • Grundsätzlich besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Höhe des Hebesatzes der Gewerbesteuer, Leistungsfähigkeit und der Attraktivität des Standorts.
  • Vier der fünf Städte, in denen die Höhe der Gewerbesteuer von den meisten Unternehmen als angemessen eingeschätzt wird, liegen im Bundesland Bayern.
Zur detaillierten Fassung

Bei der Gewerbesteuer spielt der sogenannte Hebesatz eine zentrale Rolle. Denn die Hebesätze – die multipliziert mit dem Gewerbeertrag und der Steuermesszahl die Steuerschuld der Unternehmen ergeben – werden von jeder Gemeinde individuell festgelegt und schwanken deshalb enorm: Die Spanne reicht derzeit von 275 Prozent in Coburg bis zu 520 Prozent in Oberhausen.

Die Institut der deutschen Wirtschaft Consult (IW Consult) hat nun die Unternehmen in allen 110 kreisfreien Städten gefragt, ob sie die Hebesätze der Gewerbesteuer an ihrem jeweiligen Standort in Relation zur Leistungsfähigkeit und Attraktivität der Stadt für angemessen halten oder nicht. Ein Ergebnis dieser Umfrage überrascht kaum:

Grundsätzlich besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Höhe des Hebesatzes der Gewerbesteuer und der Attraktivität des Standorts.

Ob eine Gemeinde also neue Unternehmen anlocken kann, hängt vor allem von der Höhe der Gewerbesteuer ab. Allerdings nicht nur. Denn überraschenderweise bekommen sowohl Städte mit hohen Hebesätzen eine gute Bewertung als umgekehrt auch Städte mit niedrigen Hebe­sätzen schlechte Noten.

So hat zum Beispiel Rosenheim einen relativ hohen Hebesatz von 400 Prozent und steht mit Wolfsburg (360 Prozent) dennoch auf Platz eins des Rankings. Ähnliches gilt für Regensburg, das sich mit einem Hebesatz von 425 Prozent immerhin auf Platz fünf einreiht (Grafik).

Ganz anders in Frankfurt an der Oder: Die Stadt erhebt zwar einen ähnlichen Hebesatz wie Rosenheim und Regensburg, nämlich 400 Prozent, landet aber auf dem vorletzten der 110 Plätze. Des Rätsels Lösung: Die Unternehmen nehmen durchaus zur Kenntnis, ob eine Stadt verantwortungsbewusst mit ihren Steuereinnahmen umgeht – oder ob damit beispielsweise nur Haushaltslöcher gestopft werden. Eines fällt in der Studie besonders auf:

Vier der fünf Städte, in denen die Höhe der Gewerbesteuer von den meis­ten Unternehmen als angemessen eingeschätzt wird, liegen im Bundesland Bayern.

Den bayerischen Kommunen wird offenbar am ehesten zugetraut, nachhaltig, unternehmensfreundlich und effizient zu wirtschaften.

Weitere Informationen finden Sie unter: iwconsult.de/regional

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