Freie Hansestadt Bremen Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Geteiltes Land

Die Wah­len zur 19. Bürgerschaft stehen am 
10. Mai an. Doch nicht nur Werder bewegt sich seit Jahren zwischen Abstieg und internationalem Wettbewerb, sondern auch die Wirtschaft.

Kernaussagen in Kürze:
  • Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 43.000 Euro je Einwohner im Jahr 2013 landet Bremen im Bundesländervergleich auf Rang zwei.
  • Die Arbeitslosenquote in Bremen betrug 2014 fast 11 Prozent.
  • Die freie Hansestadt Bremen ist mit über 20 Milliarden Euro verschuldet.
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Der Präsident des Senats und Bürgermeister von Bremen, Jens Böhrn­sen, regiert ein räumlich und strukturell geteiltes Land: auf der einen Seite die Stadt Bremen, Sitz klangvoller Unternehmen wie Daimler, Airbus oder der Beck's Brauerei, die das gesamte Land Bremen statistisch betrachtet zu einem Wohlstandshort unter den Bundesländern macht (Grafik).

Ein Bruttoinlandsprodukt von rund 43.000 Euro je Einwohner bedeutet im Bundesländervergleich Rang zwei hinter Hamburg.

Auf der anderen Seite Bremer­haven, das einst stolz auf die Werft­industrie und die deutsche Hochseeflotte blicken konnte, mittlerweile durch den wirtschaftsstrukturellen Wandel aber arg gebeutelt ist:

Zusammen mit Gelsenkirchen weist Bremerhaven mit 14,7 Prozent die höchste Arbeitslosenquote aller deutschen Großstädte auf.

Um den Strukturwandel in Bremerhaven voranzutreiben, wurden zahlreiche Leuchtturmprojekte umgesetzt, darunter der maritim geprägte Stadtteil Havenwelten, das 2005 eröffnete Deutsche Auswandererhaus sowie das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost. Inzwischen verfügt die Stadt über so viele touristische Highlights, dass sich die Zahl der Gästeübernachtungen binnen zehn Jahren nahezu verdoppelt hat.

Nicht zu vergessen sind die hafenaffinen Branchen. Bremerhaven verfügt über den viertgrößten Containerhafen Europas und ist weltweit führendes Zentrum der Autologis­tik, da die meisten Importfahrzeuge über Bremerhaven ins Land kommen – im Jahr 2014 waren es rund 2,3 Millionen Fahrzeuge.

Trotz zwischenzeitlicher Rückschläge hat sich auch die Wind­energiebranche mit einem Beschäftigungszuwachs von 3.000 Mit­arbeitern in Bremerhaven zu einem wahren Jobmotor entwickelt. All dies reicht aber nicht aus, um die sozialen Folgen des wirtschaftsstrukturellen Wandels spürbar abzumildern. Die Verschuldung des Landes von über 20 Milliarden Euro schränkt den Handlungsspielraum deutlich ein. Hauptaufgabe des neuen Senats wird daher sein, Bremen aktiv auf die Herausforderungen der Zukunft – Stichwort Digitalisierung und Vernetzung – vorzubereiten.

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