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Geölter Globus

Während Deutschland die Energiewende anstrebt, wird der weltweite Energiebedarf noch überwiegend mit fossilen Brennstoffen gedeckt. Auf fast allen Kontinenten ist Erdöl die Hauptenergiequelle.

Kernaussagen in Kürze:
  • Während Deutschland die Energiewende anstrebt, wird der weltweite Energiebedarf noch überwiegend mit fossilen Brennstoffen gedeckt.
  • Der deutsche Energiemix ist nicht untypisch für Industrieländer.
  • Während in der Bundesrepublik gut 7 Prozent der Primärenergien aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden, sind es im Schnitt der EU-Länderfast 9 Prozent.
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Alle Welt – zuletzt beim Umweltgipfel in Rio – spricht darüber, dass ohne erneuerbare Energien nichts mehr geht. Doch der reale Energiemix sieht noch ganz anders aus. Erdöl ist vielerorts nach wie vor Energie­quelle Nummer eins (Grafik).

Auch in Deutschland macht Öl rund ein Drittel des Primärenergieverbrauchs aus und ist damit der wichtigste Energielieferant. Erdöl und Erdölprodukte werden vor allem zum Heizen und im Straßenverkehr eingesetzt, der Flugverkehr ist sogar vollständig auf Ölprodukte angewiesen.

Zweitwichtigster Energielieferant in Deutschland ist die Kohle – sie liefert fast ein Viertel der Energie. An Bedeutung gewonnen hat auch Erdgas, das verstärkt sowohl zum Heizen als auch zur Stromerzeugung genutzt wird. Mit einem Anteil von 23 Prozent am Primärenergieverbrauch hat Gas die Kohle inzwischen fast eingeholt.

Die Kernkraft deckte 2010 immerhin noch 10 Prozent des deutschen Energiebedarfs. Im Rahmen der Energiewende wird dieser Anteil bis zum Jahr 2022 auf null zurückgefahren werden – zugunsten der erneuerbaren Energien, die aktuell rund 7 Prozent zur Energieversorgung beisteuern. Bei der Stromproduktion kommen Sonne, Wind und Co. bereits auf einen Anteil von 20 Prozent, bis 2030 strebt die Bundesregierung sogar eine grüne Stromversorgung von 50 Prozent an (vgl. iwd 27/2012).

Der deutsche Energiemix ist nicht untypisch für Industrieländer. So wird der Energiehunger auch im übrigen Europa und in den USA zu einem Drittel mit Öl und zu einem Viertel mit Erdgas gedeckt. Leichte Unterschiede gibt es jedoch bei den grünen Energien. Erstaunlicherweise tragen die regenerativen Quellen in Deutschland weniger zum Energiemix bei als in den Nachbarstaaten:

Während in der Bundesrepublik gut 7 Prozent der Primärenergien aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden, sind es im Schnitt der EU-Länder fast 9 Prozent.

Das liegt vor allem daran, dass in vielen europäischen Ländern – darunter Norwegen und Österreich – die Wasserkraft aufgrund der topografischen Lage deutlich stärker eingesetzt werden kann als in Deutschland. Alle anderen erneuerbaren Energien nutzt die Bundes­republik dagegen intensiver als der Durchschnitt Europas, verglichen mit den Industrieländern der OECD sogar fast dreimal so häufig.

Im Vergleich zur Energieversorgung in anderen Weltregionen sind dies jedoch marginale Unterschiede:

  1. China stillt seinen Energiehunger zu mehr als 70 Prozent aus Kohle und zu 18 Prozent aus Öl. Der steigende Energiebedarf des Landes soll auch mithilfe der Atomkraft befriedigt werden.
  1. Der Nahe Osten verbraucht fast ausschließlich Öl und Erdgas. Beides wird vor Ort gefördert und ist so billig, dass Öl sogar zur Stromerzeugung eingesetzt wird.
  1. Afrika deckt seinen Energiebedarf ebenfalls hauptsächlich mit Öl. Gas und Kohle steuern jeweils ein Viertel zur Energieversorgung bei.

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