Ausbildungsvergütungen Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Geld ist nicht alles

Unternehmen haben wachsende Probleme, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Dies schlägt sich zum Teil in steigenden Ausbildungsvergütungen nieder. Aber auch mit sogenannten Soft Skills wie einem guten Betriebsklima lassen sich Bewerber locken.

Kernaussagen in Kürze:
  • Auszubildende kamen 2015 in Deutschland im Schnitt auf eine monatliche tarifliche Vergütung von 825 Euro.
  • Die Durchschnittsvergütung für Kaufleute für Büromanagement lag in der Industrie und im Handel 2015 in Westdeutschland bei 925 Euro monatlich.
  • Befragungen zeigen, dass Jugendlichen ein positives Betriebsklima oft wichtiger ist als die Vergütung.
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Auszubildende kamen 2015 in Deutschland im Schnitt auf eine monatliche tarifliche Vergütung von 825 Euro. In Westdeutschland ist das Lehrlingssalär im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent auf 832 Euro gestiegen und in Ostdeutschland um 4,3 Prozent auf 769 Euro.

Die Vergütungen streuen allerdings nicht nur von Region zu Region, sondern auch von Branche zu Branche. Ein Beispiel dafür sind die Kaufleute für Büromanagement: Die Durchschnittsvergütung für Azubis dieser Gruppe lag in der Industrie und im Handel 2015 in Westdeutschland bei 925 Euro monatlich, in Ostdeutschland bei 840 Euro. Im Handwerk bekamen die Azubis dagegen nur 695 bzw. 636 Euro.

Ein Zusammenhang besteht auch zwischen der Angebots-Nachfrage-Relation auf dem Ausbildungsmarkt und der Vergütung. Anfang der 2000er Jahre, als es für die vielen Schulabgänger nicht genügend Lehrstellen gab, stiegen die Lehrlingsgehälter eher moderat.

Im Jahr 2015 dagegen, als die Unternehmen knapp 41.000 Ausbildungsstellen nicht besetzen konnten, haben die Vergütungen wieder einen Satz nach oben gemacht. In Ausbildungsberufen mit extrem wenigen Bewerbern gab es zum Teil Steigerungsraten von 6 bis 9 Prozent – wie beispielsweise im Lebensmittelhandwerk, in der Gastronomie und in der Reinigungsbranche (Grafik).

Potenzielle Bewerber lassen sich aber nicht nur mit einer höheren Vergütung locken. Obwohl zum Beispiel die Ausbildungsberufe in der Baubranche zu den bestbezahlten gehören, ist die Zahl der Bewerber dort überdurchschnittlich stark zurückgegangen. Und obwohl die angehenden Floristen mit 587 Euro in West- und 422 Euro in Ostdeutschland so wenig bekommen wie in kaum einem anderen Ausbildungsberuf, gab es dort 2015 doppelt so viele Bewerber wie Stellen.

Befragungen zeigen, dass Jugendlichen ein positives Betriebsklima und ein wertschätzender Umgang miteinander oft wichtiger sind als die Vergütung. In Berufen, in denen es – wie in der Gastronomie – auch mal stressiger zugeht und die Arbeitszeiten variieren, ist es daher umso wichtiger, dass Betriebe mit solchen Soft Skills punkten und ihr Ausbildungsmarketing darauf fokussieren.

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