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Geht die Dollar-Ära zu Ende?

Seit langem dominiert der Dollar das Welthandelsgeschehen. Das wirtschaftlich aufstrebende China versucht allerdings, dem Greenback die Stellung als Weltleitwährung streitig zu machen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Das wirtschaftlich aufstrebende China versucht allerdings, dem Greenback die Stellung als Weltleitwährung streitig zu machen.
  • Die fünf größten Schwellenländer wollen eine eigene Entwicklungsbank gründen und zudem ihren Außenhandel künftig ohne den Dollar abwickeln.
  • Die chinesischen Währungsreserven summierten sich im Juni 2014 auf umgerechnet mehr als 4 Billionen Dollar – doppelt so viel wie noch fünf Jahre zuvor.
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Ein deutliches Zeichen für diese Ambition war der im Juli 2014 gefasste Beschluss der BRICS-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika –, eine eigene Entwicklungsbank zu gründen. Die fünf größten Schwellenländer wollen zudem ihren Außenhandel künftig ohne den Dollar abwickeln.

China hat bereits mit mehreren ölexportierenden Staaten sowie mit Russland vereinbart, den gegenseitigen Handel von Dollar auf die chinesische Währung Renminbi – die Währungseinheit heißt Yuan – umzustellen. Für Chinas Unternehmen liegt der Vorteil auf der Hand, fällt doch beim Export und Import in eigener Währung das Wechselkursrisiko weg.

Allerdings hat die Führung in Peking ohnehin viel Spielraum, um das Tauschverhältnis ihres Geldes mit dem Ausland zu beeinflussen – kein Land der Welt besitzt so große Beträge fremder Währungen wie China (Grafik):

Die chinesischen Währungsreserven summierten sich im Juni 2014 auf umgerechnet mehr als 4 Billionen Dollar – doppelt so viel wie noch fünf Jahre zuvor.

Damit wäre das Reich der Mitte zum Beispiel in der Lage, einer Abwertung seiner Währung gegenüber dem Dollar entgegenzuwirken, indem die chinesische Zentralbank in großem Stil Dollar verkauft und im Gegenzug Yuan ankauft. Auf diese Weise kann Peking verhindern, dass die Kosten der für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes bedeutsamen Importe steigen.

Tatsächlich hat die Zentralbank aber in den vergangenen Jahren eher die Aufwertung des Renminbi gebremst, um Chinas Exporte für ausländische Käufer nicht allzu stark zu verteuern (Grafik):

Am letzten Handelstag im Januar 2001 kosteten 100 Yuan rund 12 Dollar, Ende August 2014 betrug der Gegenwert gut 16 Dollar.

Dass China den Kurs seiner Währung maßgeblich steuert und der Devisenverkehr nach wie vor weitreichenden Kontrollen unterliegt, spricht gegen einen schnellen Aufstieg des Renminbi zur Weltleitwährung. Der Weg dorthin ist jedenfalls noch weit (Grafik):

Im Oktober 2013 wurden zwar knapp 9 Prozent des Welthandels in Yuan abgewickelt – aber gut 81 Prozent in Dollar.

Allerdings hat die Bedeutung des Yuan rapide zugenommen – Anfang 2012 betrug sein Welthandelsanteil noch weniger als 2 Prozent.

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