Investitionsgüterhersteller Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Gedämpfte Zuversicht

In zahlreichen Ländern läuft die Investitionskonjunktur derzeit nur schleppend. Auch in Deutschland zögern viele Firmen, ihre Fertigungskapazitäten zu erweitern oder zu modernisieren. Die deutschen Hersteller von Investitionsgütern blicken vor diesem Hintergrund mit etwas gedämpfter Zuversicht auf das neue Jahr.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der Anteil der Unternehmen, die für 2016 eine steigende Produktion erwarten, ist im Investitionsgüterbereich größer als in der Gesamtwirtschaft, zugleich gibt es in der Branche aber auch mehr Skeptiker.
  • Ein Grund für diese eingeschränkte Zuversicht ist das für die Investitionsgüterhersteller schwierige globale Umfeld.
  • Zudem sind in Deutschland die Kapazitäten in der Industrie eher unterdurchschnittlich ausgelastet, sodass Erweiterungsinvestitionen meist nicht auf der Agenda stehen.
Zur detaillierten Fassung

Mehr als 2.900 Unternehmen in der Bundesrepublik hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln vor kurzem zu ihren Geschäftserwartungen für das Jahr 2016 befragt (vgl. iwd 48/2015). Die Antworten der 458 Produzenten von Maschinen, Anlagen und anderen Investitionsgütern weichen zum Teil deutlich vom Durchschnitt ab (Grafik):

Der Anteil der Unternehmen, die für 2016 eine steigende Produktion erwarten, ist im Investitionsgüter­bereich mit 43 Prozent größer als in der Gesamtwirtschaft – zugleich gibt es in der Branche mit 17 Prozent aber auch mehr Skeptiker.

Die Exportperspektiven wiederum werden von den Investitionsgüterfirmen besser beurteilt als von der Gesamtwirtschaft, die Einschätzungen zur Beschäftigungsentwicklung fallen dagegen vorsichtiger aus.

Ausschlaggebend für diese eingeschränkte Zuversicht ist sicherlich das für die stark exportorientierten Investitionsgüterhersteller schwierige globale Umfeld. Zwar hat sich die Konjunktur im Euroraum stabilisiert und in einigen großen Industrieländern wie den USA wächst die Wirtschaft nach wie vor.

Doch gerade in Schwellenländern wie China, die lange Zeit ein Motor der Weltwirtschaft waren, gab es zuletzt konjunkturelle Rückschläge. Zusammen mit den zahlreichen politischen Krisenherden rund um den Globus verunsichert das die Unternehmen. Die Folgen waren bereits im Jahr 2015 zu erkennen (vgl. iwd 45/2015):

Weltweit sind die Bruttoinvestitionen im vergangenen Jahr um mehr als 800 Milliarden Dollar auf schätzungsweise gut 18,5 Billionen Dollar gesunken.

Auch in Deutschland wird das Investitionsklima durch die globalen wirtschaftlichen und politischen Risiken beeinflusst. Zudem sind die Kapazitäten in der Industrie derzeit eher durchschnittlich ausgelastet, sodass Erweiterungsinvestitionen meist nicht auf der Agenda stehen. Und der viel beschworene Trend zur Digitalisierung der industriellen Produktion hat zumindest bis zuletzt noch keinen Investitionsschub ausgelöst – vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen ist die sogenannte Industrie 4.0 oft noch nicht strategisch verankert.

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