Bildung Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Gebildete Bundesbürger

Immer mehr Bundesbürger haben einen Fachschul- oder Hochschulabschluss, parallel dazu sinkt der Anteil der Geringqualifizierten. Dass sich Bildung lohnt, zeigen die Arbeitslosenquoten der jeweiligen Qualifikationsgruppen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der Anteil der 15- bis 64-jährigen Bundesbürger mit Hochschulabschluss ist von 1996 bis 2014 um mehr als die Hälfte auf fast 17 Prozent gestiegen.
  • Auch Meister, Techniker, Fachwirte – also Absolventen einer Fachschule – gibt es immer mehr: Ihr Anteil hat sich seit Mitte der 1990er Jahre um fast ein Viertel erhöht
  • Und grundsätzlich gilt: Je höher die Qualifikation, desto geringer das Risiko, arbeitslos zu werden.
Zur detaillierten Fassung

Hinter dem ziemlich drögen Begriff Strukturwandel verbirgt sich ein Prozess, der sich über Jahre und Jahrzehnte hinzieht, praktisch aber nie endet – und schwer zu fassen ist. In einer Volkswirtschaft wie Deutschland bedeutet Strukturwandel vor allem, dass die Produktion von Gütern und Dienstleistungen immer stärker vom Wissen geprägt wird. Mit anderen Worten: Das Wissen ist – neben Arbeit, Kapital und Boden – zum vierten Produktionsfaktor geworden und gewinnt stetig an Bedeutung.

Der Bildungsboom der Bundesbürger

Ermöglicht und angetrieben wird dieser Strukturwandel durch Menschen, die über die benötigten Qualifikationen verfügen. Und davon gibt es in Deutschland immer mehr (Grafik):

Der Anteil der 15- bis 64-jährigen Bundesbürger mit Hochschulabschluss ist von 1996 bis 2014 um mehr als die Hälfte auf fast 17 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der Meister, Techniker und Fachwirte – also der Absolventen einer Fachschule – nimmt zu: Ihr Anteil hat sich seit Mitte der 1990er Jahre um fast ein Viertel erhöht.

Parallel dazu ist die Gruppe der Bundesbürger ohne beruflichen Abschluss seit 1996 Stück für Stück kleiner geworden und hat mittlerweile nur noch einen Anteil von weniger als 14 Prozent.

Da die Angaben zum Bildungsabschluss bis 2004 freiwillig waren, weist der Langzeitvergleich an dieser Stelle allerdings einen Bruch auf. Denn insbesondere die Gruppen mit geringen oder mittleren Bildungsabschlüssen haben häufiger als andere keine Angaben gemacht. Seit 2005 ist die Auskunft jedoch verpflichtend und es zeigt sich, dass der grundsätzliche Befund nach wie vor stimmt: Der Anteil der Bundesbürger ohne Berufsabschluss ist weiterhin kontinuierlich gesunken.

Der allgemeine Trend zu höheren Abschlüssen spiegelt sich auch in den Zahlen zur Berufsausbildung wider. In diesem Segment ist die Quote seit 2005 zwar leicht gesunken – ohne den Rückgang bei den Geringqualifizierten wäre dieses Minus allerdings noch stärker ausgefallen.

Eine gute Ausbildung verringert das Risiko, arbeitslos zu werden

Grundsätzlich gilt, dass mit steigender Qualifikation das Risiko sinkt, arbeitslos zu werden. Folglich ist die Erwerbslosenquote in der Gruppe der Personen ohne Berufsabschluss nach aktuellsten Daten mit 10,1 Prozent am höchsten. Die niedrigste Erwerbslosenquote – nur 2,2 Prozent – haben dagegen die Absolventen einer Fachschule, zu denen neben den Meistern, Technikern und Fachwirten auch die Absolventen einer zwei- oder dreijährigen Berufsausbildung im Gesundheits- und Sozialwesen sowie Erzieher gehören.

Je nach Qualifikation liegen die Arbeitslosenquoten zwischen 2,2 und 10,1 Prozent.

Betrachtet man ausschließlich die Meister, Techniker und Fachwirte, ist deren Erwerbslosigkeit mit 1,7 Prozent noch niedriger. Diese Gruppe lässt sogar die Akademiker hinter sich, die mit 2,6 Prozent allerdings auch ein sehr geringes Risiko haben, ohne Job dazustehen.

Folglich herrscht in jenen Berufen, die eine hohe Qualifikation voraussetzen, praktisch Vollbeschäftigung. Damit einher geht die Tatsache, dass viele Unternehmen mit Fachkräfteengpässen zu kämpfen haben – vor allem in Gesundheitsberufen, in Elektro-, Maschinentechnik- und Metallberufen sowie in einigen Bau- und Gastronomieberufen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de