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Führungskraft per Zufall?

Wie wird man Manager, was macht eine Führungspersönlichkeit aus? Um an die Spitze zu kommen, gibt es kein Patentrezept – glauben viele Führungskräfte in Deutschland.

Kernaussagen in Kürze:
  • Wie wird man Manager, was macht eine Führungspersönlichkeit aus? - ein Patentrezept scheint es nicht zu geben.
  • Nur ein Drittel der Befragten hat zielgerichtet eine Führungsposition angestrebt – dabei waren Frauen noch passiver als Männer.
  • In allen neun untersuchten Kompetenzbereichen schnitten die Frauen besser ab als die Männer.
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Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung hat zwischen Oktober 2011 und Oktober 2012 Spitzen aus Politik und Verwaltung bis hin zu Kultur und Wissenschaft unter anderem zu ihren Karrieren befragt. Gut 350 Personen antworteten – darunter Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzende der DAX-Unternehmen, Mitglieder der Bundesregierung, Chefredakteure, Kirchenvertreter, Gewerkschaftschefs sowie Leiter von Wohlfahrtsverbänden, dem Deutschen Fußball-Bund und Greenpeace. Das Ergebnis:

Nur ein Drittel der Befragten hat zielgerichtet eine Führungsposition angestrebt – dabei waren Frauen noch passiver als Männer.

Dass die meisten Karrieren eher zufällig verliefen, halten Personal­experten für einen Fehler. Sie plädieren deshalb dafür, regelmäßig ein professionelles Scouting in den Unternehmen durchzuführen, um Talente unabhängig von ihrem Alter, ihrer Berufserfahrung oder ihrem Geschlecht ausfindig zu machen und zu fördern.

Dass Zufälligkeit bei Karrieren eine große Rolle spielt, belegt auch eine aktuelle Studie der Wirtschaftspsychologen Uwe Kanning und Philipp Fricke von der Hochschule Osnabrück. Sie führten mit mehr als 800 Frauen und Männern eine Potenzialanalyse durch – wollten also wissen, ob die Kandidaten sich als Führungskraft oder für den nächs­ten Karriereschritt eignen. Zwei Drittel von ihnen hatten bereits Erfahrung in Führungspositionen gesammelt. Die Ergebnisse sind erstaunlich: Weder Erfahrung noch Lebensalter haben einen signifikanten Einfluss auf die Führungskompetenz – eine Rolle spielt allerdings das Geschlecht (Grafik):

In allen neun untersuchten Kompetenzbereichen schnitten die Frauen besser ab als die Männer.

Wirtschaftspsychologe Kanning rät, gerade für Führungspositionen professionelle Potenzialanalysen und regelmäßige anonyme Feedbackrunden durchzuführen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) führt in Zusammenarbeit mit dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) akutell ein Projekt durch, in dem Frauen in technischen Berufen für Führungspositionen qualifiziert werden.

Weitere Informationen dazu gibt es unter: www.exist-ing.de

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