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Frauen nach vorn

Immer mehr Frauen entscheiden sich für einen Ingenieurberuf – doch sie schaffen es bisher selten auf den Chefsessel. Das Projekt EXIST-ING des IW Köln hilft den Unternehmen dabei, das zu ändern.

Kernaussagen in Kürze:
  • Immer mehr Frauen entscheiden sich für einen Ingenieurberuf – doch sie schaffen es bisher selten auf den Chefsessel.
  • Absolut gesehen ist die Zahl der weiblichen Erstsemester in den Ingenieurwissenschaften gestiegen.
  • Aber von den rund 131.000 Erstsemestern der Ingenieurwissenschaften waren im Wintersemester 2011/12 lediglich 21 Prozent weiblich.
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Schlossen im Jahr 2000 erst gut 7.500 Frauen ein ingenieurwissenschaftliches Studium ab, waren es 2010 fast doppelt so viele (Grafik). Sie belegten auch die früheren Männerdomänen Maschinenbau und Elektrotechnik.

Von einer Trendwende kann aber nicht die Rede sein. Absolut gesehen ist die Zahl der weiblichen Erstsemes­ter in den Ingenieurwissenschaften zwar gestiegen, die Relation zu ihren männlichen Kommilitonen hat sich jedoch nicht verändert.

Von den rund 131.000 Erstsemes­tern der Ingenieurwissenschaften waren im Wintersemester 2011/12 lediglich 21 Prozent weiblich – genauso wie im Wintersemester 2001/02.

Auch in den Unternehmen haben die Frauen noch einen guten Weg vor sich: So arbeiteten im Juli 2011 nur rund 10.600 Frauen als sozialversicherungspflichtig beschäftigte Maschinen- und Fahrzeugbauingenieurinnen; gleichzeitig aber fast 146.800 Männer.

Um Ingenieurinnen weiter nach vorn zu bringen, hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) mit dem Verein Deutscher Ingenieure das Projekt EXIST-ING ins Leben gerufen. Es unterstützt Unternehmen dabei, das Potenzial der bei ihnen beschäftigten Ingenieurinnen besser zu erkennen und sie zu Führungskräften zu entwickeln. Bislang werden Frauen oft nicht wahrgenommen oder sogar übergangen.

Viele Unternehmen, u.a. Daimler, haben sich daher vorgenommen, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen: So soll bei Daimler der Anteil bis 2020 von 12 auf 20 Prozent steigen.

Aber auch ein Mittelständler mit nur 140 Mitarbeitern wie Jul. Niederdrenk in Velbert ist aktiv in der Frauenfrage: Dafür engagiert sich die Chefin Julia Niederdrenk, eine Wirtschaftsingenieurin, die sich seit 2006 mit ihrem Cousin die Geschäftsführung teilt.

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