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Fräsen statt frisieren

Lieber mit Fräse und Schweißgerät hantieren als mit Nagelfeile und Gelspatel? Für immer mehr Frauen ist das überhaupt kein Problem. Das ist nicht zuletzt Projekten wie MINTrelation zu verdanken, welche die Technikbegeisterung des weiblichen Geschlechts fördern.

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Feilen und Fräsen hat auch im Weltbild junger Mädchen nicht zwangsläufig etwas mit Maniküre oder Pediküre zu tun. Denn mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Werkzeugmechanikerinnen und Ingenieurinnen, die in Fabrikhallen Maschinen bedienen oder Bauteile konstruieren.

Und die Voraussetzungen, dass demnächst noch mehr Frauen technische Jobs in der Industrie übernehmen, werden immer besser. So nimmt die Zahl der Frauen, die sich für ein MINT-Studium (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) entscheiden, schon seit Jahren zu – wenn auch langsam. Ein Beispiel (Grafik):

Für ein Studium der Ingenieurwissenschaften hatten sich im Winter­semester 2014/2015 rund 120.000 Studentinnen eingeschrieben – 15.000 mehr als zwei Jahre zuvor.

Insgesamt betrug der Anteil der Frauen in MINT-Studienfächern im Wintersemester 2014/2015 in Deutschland rund 29 Prozent. Nach oben ist also noch reichlich Luft, zumal vor allem kleine und mittlere Industrieunternehmen gerne mehr Frauen ausbilden und beschäftigen würden.

Um ihre Attraktivität für den weiblichen Nachwuchs und für weibliche Fachkräfte zu steigern, haben elf Betriebe über einen Zeitraum von mehreren Jahren in dem Projekt „MINTrelation Zukunftswerkstatt Technikberufe“ (www.mintrelation.de) passende Strategien und Maßnahmen entwickelt.

Herausgekommen ist unter anderem eine Art Werkzeugkasten, der für alle Unternehmen zugänglich ist (www.minttoolbox.de). Sämtliche Kapitel – darunter Themen wie Nachwuchsgewinnung, Familienfreundlichkeit, Ausbildungsmarketing und Unternehmenskultur oder Mentoringprogramme für Schülerinnen – sind mit Good-Practice-Beispielen unterfüttert.

Bei Betriebserkundungen für Mädchen, wie sie im Rahmen des Girls' Day regelmäßig durchgeführt werden, wird beispielsweise empfohlen, weibliche Fachkräfte und Auszubildende einzusetzen. Außerdem sollten MINT-Betriebe den Mädchen praktische Übungen ermöglichen – wie löten, verdrahten oder schweißen.

Einen anderen Weg der Ansprache geht das Onlinemagazin LizzyNet, das Mädchen und jungen Frauen von zwölf bis 27 Jahren Informationen zu Wissenschaft, Beruf und Technik bietet. Über das Portal werden auch immer wieder Berufsorientierungsprojekte und Wettbewerbe für öffentliche und private Auftraggeber durchgeführt.

Mehr als 90 Unternehmen – darunter der TÜV Rheinland, Bosch, Continental, Daimler, E.ON, Ford, Porsche und Siemens – engagieren sich in der Initiative „Komm, mach MINT“. Das dazugehörige Portal (www.komm-mach-mint.de) bietet nicht nur zahlreiche Informationen, sondern auch eine bundesweite MINT-Jobbörse.

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