BDI-Mittelstandspanel Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Firmen sorgen vor

Auch wenn die Konjunktur derzeit langsamer läuft als in den Vorjahren und die Wirtschaftspolitik nur bedingt Lob einheimst, beurteilen die meisten mittelständischen Industriebetriebe ihre Geschäftslage durchaus positiv. Um sich für die Zukunft noch besser aufzustellen, investieren viele Firmen in Qualifikationsmaßnahmen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Um sich für die Zukunft noch besser aufzustellen, investieren viele Firmen in Qualifikationsmaßnahmen.
  • Sprechen derzeit lediglich 8 Prozent der Firmen von einem schlechten wirtschaftspolitischen Umfeld, erwarten dies für das kommende Frühjahr fast 20 Prozent.
  • Damit Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit mittel- bis langfristig sichern können, führen zwei Drittel schon heute Maßnahmen durch, um ihre Fachkräfte zu halten und weiterzuqualifizieren.
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Die Kritik hält sich in Grenzen: Von den mehr als 900 Industrie­unternehmen, die der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) im Rahmen seines halbjährlichen Mittelstandspanels in diesem Frühjahr befragte, bezeichneten 58 Prozent die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als „befriedigend“; 34 Prozent gaben die Note „gut“.

Was die Zukunft angeht, sind die Befragten jedoch skeptischer:

Sprechen derzeit lediglich 8 Prozent der Firmen von einem schlechten wirtschaftspolitischen Umfeld, erwarten dies für das kommende Frühjahr fast 20 Prozent.

Zu den naheliegenden Gründen zählt neben der Unsicherheit über den Fortgang der Euro-Schulden­krise vor allem, dass viele Mittelständler über den Ausgang der Bundestagswahl besorgt sind. Denn die Pläne einiger Parteien, neue Steuern oder Abgaben auf Vermögen zu erheben, bedrohen viele Betriebe in ihrer Substanz.

Freundlicher sieht das Bild aus, wenn es um die Geschäftslage der Unternehmen selbst geht. Immerhin 40 Prozent halten die eigene Situation für gut oder sehr gut. Für die Zeit bis zum Herbst sind die Firmen sogar noch etwas zuversichtlicher; für das Frühjahr 2014 rechnen dagegen nur noch 36 Prozent mit einer ausgesprochen positiven Lage.

Wie die Geschäfte in Zukunft tatsächlich laufen, hängt nach Einschätzung von gut 90 Prozent der Befragten in erster Linie von der inländischen Nachfrage ab. Die Entwicklung auf den Auslandsmärkten ist dagegen nur für gut vier von zehn Unternehmen relevant – darunter vor allem größere Betriebe.

Platz zwei auf der Liste der Erfolgsfaktoren belegen die Energie- und Rohstoffpreise – 79 Prozent der Unternehmen stufen sie als wichtig ein. Mit 72 Prozent folgen die Arbeitskosten auf Rang drei.

Die viertwichtigste Einflussgröße ist dann schon die Fachkräftesituation – für mehr als 55 Prozent ist der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften von Bedeutung. Besonders kleinere Betriebe sind davon betroffen. Das Fachkräfteproblem fällt umso mehr ins Gewicht, als immerhin fast jedes fünfte Unternehmen in diesem Jahr zusätzliches Personal im Inland einstellen möchte. Deshalb beugen viele Firmen künftigen Engpässen vor (Grafik):

Damit sie ihre Wettbewerbsfähigkeit mittel- bis langfristig sichern können, führen zwei Drittel der Unternehmen schon heute Maßnahmen durch, um ihre Fachkräfte zu halten und weiterzuqualifizieren. Ein weiteres Viertel der Betriebe will künftig auf diesem Gebiet aktiv werden.

Um sich auch kurzfristig gegenüber der Konkurrenz noch besser zu positionieren, setzen die Firmen vor allem darauf, ihre Servicequalität zu steigern. Zudem will eine klare Mehrheit ihre Produkte intensiver vermarkten, um neue Kundenkreise zu erschließen. Das ist sinnvoll, denn die Mittelständler sind oft von nur wenigen Kunden abhängig. So erzielt jeder vierte Industriebetrieb zwischen 76 und 100 Prozent seines Umsatzes mit lediglich fünf Abnehmern. Das IW-Zukunftspanel hatte bereits für 2008 die hohe Abhängigkeit deutscher Familienunternehmen von einem kleinen Kundenkreis aufgezeigt.

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