IW-Konjunkturprognose Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Firmen setzen auf Wachstum

Nach dem Bremsmanöver im Winter hat die deutsche Wachstumslokomotive wieder Fahrt aufgenommen. In diesem Jahr wird die deutsche Volkswirtschaft voraussichtlich um 1¼ Prozent wachsen, und 2013 ist dann ein Plus von 2 Prozent drin.

Kernaussagen in Kürze:
  • Nach dem Bremsmanöver im Winter hat die deutsche Wachstumslokomotive wieder Fahrt aufgenommen.
  • Jedoch befürchten Firmen höhere Rohstoff- und Energiepreise und jeder dritte Betrieb sieht höhere Arbeitskosten auf sich zukommen.
  • Auf der anderen Seite sind die Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen günstig.
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Die Ergebnisse der Frühjahrsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) (Grafik) untermauern die aktuelle Konjunkturprognose (Grafik). Knapp 40 Prozent der 2.390 befragten Unternehmen gehen von einer steigenden Produktion im Jahr 2012 aus, nur knapp 17 Prozent erwarten Rückschläge. Damit hat sich die Stimmung gegenüber den Ergebnissen der Umfrage vom Herbst vergangenen Jahres spürbar aufgehellt:

Der Saldo zwischen positiven und negativen Produktionserwartungen hat sich von gut 12 Prozentpunkten auf nunmehr 22 Prozentpunkte fast verdoppelt.

Allerdings gibt es zahlreiche Risiken. So befürchten zum Beispiel zwei von drei Firmen höhere Rohstoff- und Energiepreise und jeder dritte Betrieb sieht höhere Arbeitskosten auf sich zukommen.

Weitere wichtige Ergebnisse der IW-Frühjahrsprognose:

  • Außenhandel.

    Ein Rückfall der Weltwirtschaft in eine Rezession ist sehr unwahrscheinlich. Die Weltwirtschaft dürfte in diesem Jahr um 3½ Prozent und im nächsten Jahr um 4 Prozent wachsen. Das Welthandelsvolumen legt sogar um 5 beziehungsweise 6½ Prozent zu.

Insofern erwarten die deutschen Unternehmen gute Geschäfte. Jede vierte Firma setzt in diesem Jahr auf mehr Exporte, nur 11 Prozent glauben, dass sie weniger ins Ausland verkaufen.

Weil die Weltwirtschaft aber nicht im Gleichschritt wächst, dürften die Bestellungen aus den einzelnen Regionen unterschiedlich ausfallen:

Asien

entwickelt sich relativ robust. Die chinesische Wirtschaft expandiert zwar etwas verhaltener als in der Vergangenheit, jedoch bleibt die Dynamik mit 8 Prozent hoch.

In Japan geht es nach der Katastrophe im vergangenen Frühjahr bergauf – sank das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2011 noch um 0,7 Prozent, ist für 2012 ein Plus von 2 Prozent zu erwarten. Maßgebliche Wachstumstreiber sind der private Konsum und die Investitionen.

Die USA

stemmen sich aus dem Konjunkturtal, werden mit Wachstumsraten von 2 Prozent im Jahr 2012 und 2½ Prozent im Jahr 2013 aber noch nicht zur alten Stärke zurückfinden. So verharrt etwa die Arbeitslosenquote 2012 mit 8 Prozent auf einem hohen Niveau und die Anpassungsprobleme am Immobilienmarkt dürften andauern.

Die Eurozone

durchläuft in diesem Jahr eine Rezession. Am härtesten trifft es Griechenland und Portugal, aber auch in den großen Euroländern Italien und Spanien schrumpft das reale BIP um 1½ Prozent. Auch 2013 ist dort nicht mehr als ein Nullwachstum zu erwarten.

  • Investitionen.

    Anreize, die Kapazitäten auszuweiten, sind derzeit weniger stark ausgeprägt als noch in den Boom-Jahren vor der Krise. Denn die Kapazitätsauslastung der deutschen Industrie liegt mit 85 Prozent nur knapp über dem langjährigen Durchschnitt – ohne das Krisenjahr 2009 sogar leicht darunter.

Auf der anderen Seite sind die Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen günstig. Die Zinsen für Investitionskredite bleiben auf einem sehr niedrigen Niveau. Eine Kreditverknappung oder gar Kreditklemme ist momentan nicht zu erwarten. Nicht zuletzt deshalb wollen 36 Prozent der befragten Firmen Geld in neue Maschinen und Anlagen stecken, nur 16 Prozent reduzieren ihr Investitionsbudget.

  • Arbeitsmarkt.

    Ein Drittel der Betriebe will 2012 neue Mitarbeiter einstellen; nur 14 Prozent streichen Stellen. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen wird im Jahresdurchschnitt 2012 auf 2,8 Millionen und die Arbeitslosenquote auf 6¼ Prozent zurückgehen.

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