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Fakten zum Mindestlohn

In Deutschland gibt es für fast 4 Millionen Arbeitnehmer tarifliche Branchenmindestlöhne, die vom Bundesarbeitsministerium für allgemeinverbindlich erklärt wurden und damit für alle Unternehmen gelten – egal ob tarifgebunden oder nicht. Die Höhe dieser Mindestlöhne beträgt je nach Region 7,00 bis 13,70 Euro je Stunde.

Kernaussagen in Kürze:
  • In Deutschland gibt es für fast 4 Millionen Arbeitnehmer tarifliche Branchenmindestlöhne, die vom Bundesarbeitsministerium für allgemeinverbindlich erklärt wurden.
  • Ein Mindestlohn von 8,50 Euro, wie ihn die Gewerkschaften fordern, würde 6,1 Millionen Arbeitnehmer betreffen.
  • Nach Wirtschaftszweigen betrachtet wären vom Mindestlohn vor allem die Land- und Forstwirtschaft sowie der Handel und die Gastronomie betroffen.
Zur detaillierten Fassung

Ein Mindestlohn von 8,50 Euro, wie ihn die Gewerkschaften fordern, würde 6,1 Millionen Arbeitnehmer betreffen. In Westdeutschland bekämen 16 Prozent aller Arbeitnehmer einen solchen Mindestlohn, in Ostdeutschland 32 Prozent.

Ein Lohn von 8,50 Euro je Stunde entspräche 53 Prozent des Durchschnittslohns – selbst in Frankreich bekommen Mindestlohnbezieher nur 48 Prozent des dortigen Durchschnittslohns.

Nach Wirtschaftszweigen betrachtet wären vor allem die Land- und Forstwirtschaft sowie der Handel und die Gastronomie betroffen. Denn im primären Sektor verdienen derzeit gut 40 Prozent der Beschäftigten weniger als 8,50 Euro je Stunde, im Handel und der Gastronomie ist es gut ein Drittel.

Besonders häufig wären alleinerziehende Arbeitnehmer betroffen. Von ihnen arbeiten derzeit fast 30 Prozent zu Stundenlöhnen von unter 8,50 Euro. Hier spiegelt sich unter anderem wider, dass Alleinerziehende meist nur geringfügig beschäftigt sind oder halbtags arbeiten.

Arbeitnehmer mit einem niedrigen Stundenlohn müssen aber in der Regel nicht allein von ihrem Verdienst leben. Denn in sehr vielen Fällen gibt es noch andere Einkommensquellen oder Haushaltsmitglieder, die ebenfalls etwas zum gemeinsamen Budget beisteuern. So tragen zum Beispiel Arbeitnehmer, die weniger als 6 Euro je Stunde verdienen, im Durchschnitt nur 30 Prozent zum jeweiligen Haushaltseinkommen bei.

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