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Fakten und Zahlen

Deutschland gibt fast 30 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Sozialleistungen aus. Nicht einmal die als besonders sozial geltenden skandinavischen Staaten wenden mehr für Renten, Arbeitslose, Kranke etc. auf.

Kernaussagen in Kürze:
  • Auch wenn die Sozialausgaben im Boomjahr 2011 wohl leicht zurückgegangen sind – auf lange Sicht muss Deutschland immer mehr Geld für Soziales ausgeben.
  • Vor allem der demografische Wandel wird den Bedarf an sozialer Sicherung erhöhen.
  • Finanziert wird der Sozialstaat vor allem durch Sozialversicherungsbeiträge, die sich Arbeitnehmer und Unternehmen teilen.
Zur detaillierten Fassung

Auch wenn die Sozialausgaben im Boomjahr 2011 wohl leicht zurückgegangen sind – auf lange Sicht muss Deutschland immer mehr Geld für Soziales ausgeben.

Vor allem der demografische Wandel wird den Bedarf an sozialer Sicherung erhöhen. Die Zahl der Rentner steigt und ältere Menschen nehmen nun einmal verstärkt Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung in Anspruch. Schon heute entfallen zwei Drittel aller Sozialschutzausgaben auf die beiden Bereiche Alter und Krankheit (Grafik).

Noch immer wird das Gros der Renten von der gesetzlichen Rentenversicherung ausgezahlt. Die private Altersvorsorge spielt bislang kaum eine Rolle, weil es die Riester-Verträge erst seit einigen Jahren gibt und diese erst einmal angespart werden müssen. Einen spürbaren Beitrag zur Sicherung des Lebensstandards im Alter leistet indes schon heute die betriebliche Altersversorgung.

Weil ostdeutsche Männer und Frauen vor der Wende länger berufstätig waren als westdeutsche, fällt ihre Rente heute im Durchschnitt höher aus als die ihrer Altersgenossen im Westen Deutschlands.

Finanziert wird der Sozialstaat vor allem durch Sozialversicherungsbeiträge, die sich Arbeitnehmer und Unternehmen teilen. Der Staat übernimmt ein Drittel der Finanzierung. Aber auch diese Gelder müssen letztlich von Bürgern und Unternehmen über Steuern aufgebracht werden.

Auf manche Sozialleistungen wie z. B. die gesetzliche Rente sind Steuern und Sozialabgaben fällig. Auch an der Supermarktkasse hält der Staat die Hand auf: Die Mehrwertsteuer ist immer fällig, egal, ob der Einkauf mit dem Hartz-IV-Geld oder dem Arbeitslohn bezahlt wird. Umgekehrt unterstützt der Staat die freiwillige Vorsorge über Zulagen oder steuerliche Anreize.

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